Mittlerweile erscheint es mir beinahe schon merkwürdig, auf Deutsch zu schreiben. Ich schreibe mittlerweile so viel auf Englisch oder sehe mir Serien auf Englisch an, kommuniziere auf Englisch..
..fremd in der eigenen Sprache.
..fremd im eigenen Körper, manchmal.
Und da ist er wieder, dieser Kloß im Hals, dieses Drücken tief in mir drin, ungefähr zwischen anatomischem Herzen und Magen. Dieses Mal musste ich mich nicht zwingen. Bin von allein auf die Idee gekommen, wieder zu schreiben.
Was ist passiert in den..moment, wo sind die.. letzten 6 verfickte scheisse Monate hin? Uff. Ist es wirklich so lange her? Was ist im letzten halben Jahr geschehen?
Leere.
Hab's mit einer Beziehung versucht. Super langweiliger Kerl. Guter Mann, 30, Manager, keine Drogen, keine Intention mir zumindest offensichtlich Schaden zuzufügen. Aber er wollte mich heiraten. Am liebsten schon nach einem Jahr. Sein Leben mit mir verbringen.
Darauf bin ich NICHT klargekommen.
Nach keinen drei Monaten hab ich es mehr ihm zuliebe beendet als mir. Eigentlich war es meine perfekte Ausrede, wieso ich mal wieder mein eigenes Leben sabotiert habe.
Und dann?
Ich irre umher, Tage gehen fließend in Wochen über und diese in Monate, mein Leben zieht an mir vorbei, ich sehe es an mir vorbeifahren wie einen alten Güterzug. Denke immer, da wird noch ein Wagon kommen, nur dann kommt irgendwann keiner mehr.
Und dann kam auf einmal wieder der schwarze Ritter ins Spiel..
Mit seiner Hure ist er nicht mehr zusammen. Aber er ist anders geworden. So wie ich. Oder vielmehr bin ich so geworden, wie er war als ich ihn kennenlernte. Und er ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
Es tut mir weh, ihn so zu sehen. Uns so zusehen. Verdammt. Es ist so unglaublich viel Scheisse passiert, die letzten eineinhalb JAHRE. Verdammt.
Wo ist unsere Leichtigkeit hin?
Wohin ist der Glanz in unseren Augen?
Was ist aus unseren Visionen geworden?
Wer sind wir nur geworden?
Zwei Schatten, flackernd im Licht der Nacht. Einst so unglaublich groß, mit noch größeren Träumen. Jetzt auf der Flucht vor genau diesen..
Gebrannte Kinder..und im Herzen in gewissen Dingen wirklich noch Kinder.
Ich wünschte mir an vielen Tagen so sehr, ich könnte die Erinnerungen löschen.
Was nützt einem aller Reichtum dieser Welt, wenn einem der Mensch an seiner Seite fehlt, der das passende Gegenstück zum eigenen Trümmerhaufen bildet?
Alleine ist es ziemlich zugig in diesem Trümmerhaufen, Staub sammelt sich an und insgesamt fehlt .. irgendwie bei allem etwas.
Loslassen.
Ich muss loslassen, sonst werde ich immer mehr abstumpfen und bald gar nichts mehr fühlen.
Aber ist es nicht das, was ich die ganze Zeit will? Nichts mehr fühlen? An den meisten Tage ist es schon genau dieser Zustand, in dem ich mich befinde. Und er macht mich oft unbesiegbar, weil es mich verdammt mächtig macht, keine Emotionen im Weg stehen zu haben. Aber dann sind da diese immer weniger werdenden Momente, in denen ich mich TOT fühle und mir wiederum wünsche, mehr zu fühlen, mich LEBENDIG zu fühlen. Dann versuche ich das mit allen Mitteln, die ich in Therapie gelernt habe, fühle mich beschissen und mache genau dort weiter, wo ich Weihnachten 2018 aufgehört habe zu fühlen.
Und im Oktober davor.
Und im August danach.
Ich habe innerhalb von einem Jahr meine ganzebeschissene Familie verloren und die beiden Menschen, von denen ich dachte, sie wären meine besten Freunde.
Mom interessiert sich seit jeher einzig und allein eh nur für sich. Ich wünsche mir so sehr eine Mom.
Dad versteht mich nicht, für ihn bin ich nur die Verrückte. Ich wünsche mir so sehr einen Dad.
Opa ist tot. Seit sechs Jahren schon. Oh Gott, ich vermisse Dich so sehr, Opa.
Timmi G. Konnte es nicht mit ansehen, wie ich mit dem Ritter verfiel. War der beste beste Freund, den ich je hatte. Danke, das werd ich dir nie vergessen. <3
Marci ist so weit weg und hat sein eigenes Leben. Ich verstehe das, auch wenn ich mein Kind nie bekommen habe.
Anna ist meine letzte Freundin und auch meine beste, nur wusste ich es nie zu schätzen. Danke, dass du überhaupt noch bei mir bist.
Luisa du hast mit meiner ersten großen Liebe gefickt. Hast du jemals erwartet, dass es wieder so werden könnte wie früher?
Und genau dasselbe habe ich mit Annas getan, ich dreckige kleine Hure. Unfair enough.
Auch ich bin fremdgegangen, habe gelogen, habe Menschen willentlich verletzt. Manipuliert. Dinge zu meinem Vorteil ausgespielt. Den Menschen, die es gut mit mir gemeint haben, zu wenig Beachtung geschenkt und denjenigen, die mich zerstört haben, zu viel.
Aber dann habe ich irgendwann angefangen, mich zu ändern und wollte ein guter Mensch werden. Ich war auch ein guter Mensch, eine ganze Zeit lang.
Aber bin daran zerbrochen, weil es verdammt noch mal schwieriger ist, ein guter Mensch zu sein als ein scheiss Arschloch. Und am Ende zählt nur, wie viel man einstecken kann.
"Es kommt im Leben einzig und allein darauf an, wie du mit Verlusten umgehen kannst."
Heute weiß ich, was du meintest, Marius.
Aber bevor ich auch nur noch einen beschissenen Verlust in Kauf nehmen will, bleibe ich lieber ganz allein.
Wo ist das Mädchen, das so viele Freunde hatte und gerne Dinge unternommen hat?
Wo ist das Mädchen, das gerne gelacht hat?
Wo ist das Mädchen, das vor Freude kaum warten konnte, Neuigkeiten ihren Freunden zu erzählen?
Wo ist das Mädchen, das so viele Emotionen hatten, dass sie sie teilweise kaum bändigen konnte?
Wo ist das Mädchen, das ihre Werte lebte und sich für diese einsetzte?
Wie soll ich so jemals wieder jemanden in mein Leben lassen können?
Und wie zum Teufel soll diese Person dann bitte bei mir bleiben, wenn sie sieht was für ein Mensch ich wirklich bin?
FUCK YOU. [*]
[*to myself]
Und im Oktober davor.
Und im August danach.
Ich habe innerhalb von einem Jahr meine ganze
Mom interessiert sich seit jeher einzig und allein eh nur für sich. Ich wünsche mir so sehr eine Mom.
Dad versteht mich nicht, für ihn bin ich nur die Verrückte. Ich wünsche mir so sehr einen Dad.
Opa ist tot. Seit sechs Jahren schon. Oh Gott, ich vermisse Dich so sehr, Opa.
Timmi G. Konnte es nicht mit ansehen, wie ich mit dem Ritter verfiel. War der beste beste Freund, den ich je hatte. Danke, das werd ich dir nie vergessen. <3
Marci ist so weit weg und hat sein eigenes Leben. Ich verstehe das, auch wenn ich mein Kind nie bekommen habe.
Anna ist meine letzte Freundin und auch meine beste, nur wusste ich es nie zu schätzen. Danke, dass du überhaupt noch bei mir bist.
Luisa du hast mit meiner ersten großen Liebe gefickt. Hast du jemals erwartet, dass es wieder so werden könnte wie früher?
Auch ich bin fremdgegangen, habe gelogen, habe Menschen willentlich verletzt. Manipuliert. Dinge zu meinem Vorteil ausgespielt. Den Menschen, die es gut mit mir gemeint haben, zu wenig Beachtung geschenkt und denjenigen, die mich zerstört haben, zu viel.
Aber dann habe ich irgendwann angefangen, mich zu ändern und wollte ein guter Mensch werden. Ich war auch ein guter Mensch, eine ganze Zeit lang.
Aber bin daran zerbrochen, weil es verdammt noch mal schwieriger ist, ein guter Mensch zu sein als ein scheiss Arschloch. Und am Ende zählt nur, wie viel man einstecken kann.
"Es kommt im Leben einzig und allein darauf an, wie du mit Verlusten umgehen kannst."
Heute weiß ich, was du meintest, Marius.
Aber bevor ich auch nur noch einen beschissenen Verlust in Kauf nehmen will, bleibe ich lieber ganz allein.
Wo ist das Mädchen, das so viele Freunde hatte und gerne Dinge unternommen hat?
Wo ist das Mädchen, das gerne gelacht hat?
Wo ist das Mädchen, das vor Freude kaum warten konnte, Neuigkeiten ihren Freunden zu erzählen?
Wo ist das Mädchen, das so viele Emotionen hatten, dass sie sie teilweise kaum bändigen konnte?
Wo ist das Mädchen, das ihre Werte lebte und sich für diese einsetzte?
Und wie zum Teufel soll diese Person dann bitte bei mir bleiben, wenn sie sieht was für ein Mensch ich wirklich bin?
[*to myself]