Sonntag, 21. Januar 2024

breaking point MMXXIV

Mein Leben lief doch echt ganz gut, zumindest denk ich´s mir grad, als ich die letzten sporadischen Posts hier überfliege.. oder es zumindest versuche, denn diese lästigen Flüssigkeitsansammlungen in meinen Augen (links mehr als rechts, hm) machten's etwas müßig.
Klar, hatte ich Struggles, auch kleinere bis selten mittelschwere zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, die mich teilweise auch ends abgefuckt haben. Allerdings nie länger als 1. Tag, außer ein schlimmerer Streit mit meiner großen Fee kurz vor Shitmas '22 (Jahrestag diverser Mikrotraumen). Ich wüsste nicht, wie ich damit umgegangen wär & vor allem ihrem Verlust..aber sie ist immer noch an meiner Seite, das ist was zählt.  

Die letzte 7,5er ZOP von meiner kleinen Fee wirkt schon und ich MUSS wirklich pennen. Leider die letzte. Vllt. besser so :)
Ist zugegebeber Weise schon ganz witzig, hier um 3:59 komplett wirsch durch die Wohnung zu tapern. Gibt mir Vibes von früher. Muss lächeln, aber diese Verknüpfung sollte vllt eher zum weinen anregen. Nevermind.

Lasse meine Gedanken über die Zeit nach 2019 ab 2020 gleiten.. entweder bin ich grad zu durch oder es gab wirklich keine größeren Vorfälle mehr wie SVV, in Dissoziation zerstörte Gegenstände / Körperteile, impulsive Emotionsausbrüche,  toxische Beziehungen, exzessives Feiern, Weglaufen.. ok der letzte war gelogen. Bin jetzt sogar erfolgreiche Ultra-(Weg)läuferin, LOL. Ich hatte mein Konsumverhalten, Essstörung und generelle Impulsivität noch nie so gut im Griff wie im letzten Jahr.

Dabei hätten sich in diesem teilweise echt abgefuckten Studium SO viele der  früher geliebten Ausreden geboten.  

UND..ich bin jedes Mal stark geblieben. 

DENN..ich bin (bis auf diese Woche fast) jedes Mal  hingegangen, zero fucks wie down ich war.

UND egal, wie verführerisch es war, ich habe NICHT konsumiert, privat nur auf (weniger als 10!) Raves & ein kleiner Ausrutscher Anfang letzten Jahres - was für meine Verhältnisse echt gut ist, if u know me ;D 

Das bin ich
ICH (und es fällt mir immer noch verdammt schwer, dieses Wort großzuschreiben.. "mich" großzuschreiben)) bin war recht stolz. 


UND dann .. schreiben wir MMXXIV. 

Ich atme tief ein ... und aus, schaue durch mein eigentlich schönes Zimmer, das aber grad ausschaut wie Dresden '45.. Well. Als ich vor 3 Tagen diesen Raum, mit beängstigender Mutlosigkeit und anklopfendem Verzweiflungs- bis Erschöpfungsburnout verlassen habe, da war das ich. Zumindest ein Teil dieses Phönix aus der Asche ... 

[2:56, Heimweg..]

Eiseskälte bei -7ºC, mein Atem gefriert, aber irgendwie spüre ich die Kälte nicht außer an meiner rechten Hand..
- Nun hier 25º, weil ich vergessen hab, die Heizung auszumachen und ich fühle Kälte.. mir ist so unglaublich kalt ..

Als ich hier ankam, [10h Schlaf (in den letzten 2..oder waren es doch 3 Nächte?), Augenringe + einfach durch sein Urgroßvater, emotional vollkommen leer (endlich!) und noch genügend weißes Kryptonit im Gepäck, was mich trauriger Weise irgendwie beruhigt..] musste ich am Spiegel kurz halten .. bin das wirklich ich da vorn? Diese blasse schäbig grinsende Fratze, die auch noch anfängt so dumm zu lachen, weil sie diesen Anblick so lange nicht mehr gesehen und irgendwie auch vermisst hat. 

Hello, shadow self. It´s been a while.
I guess at least 3 years. Or even more.

Dann schnürt sich mir wd die Luft ab, auf so eine ekelige Art und Weise, weil ich seit 2 Tagen so einen Drecks-Kloß im Hals habe und dieses ekelhafte Stechen in der Brust.. 
Vllt. auch einfach zu viel geballert?!

Das sind meine beiden schlimmsten Endgegner..

Hilflosigkeit.

Verlustangst.


Mir fällt der Kopf schon zwei Mal auf die Tastatur, endlich bin ich müde, weil die ZOP gut wirkt. Bah, ich hasse diesen Metallgeschmack.

Zum ersten Mal seit so unvorstellbar langer Zeit fühlte ich diese Gefühle.. ZU VIELE DRECKSGEFÜHLE die letzten Wochen. FALSCHE Hoffnung (selbst Schuld, du dummes Stück!)

Und jetzt Leere, Zerrissenheit, Angst..  abgesehen von dieser Kombi aus bodenloser Erschöpfung und nagenden Versagensängsten seit Monaten. 

Ist ja nicht so, dass es absehbar war, dass irgendwann der Punkt kommen würde, an dem ich wieder zerbreche.

Aber allen voran das gegenwärtigste, aber nun mich mit neuer Größe überschattende .. 

Gefühl der Wertlosigkeit.

und es flüstert mir zart ins Ohr.. 

.. nichts bist du wert.

.. du bist nur gut genug, um gefickt zu werden, wie eine räudige Hure. 

.. denkst du ernsthaft, dass sich ein Mann für dich als Frau interessieren könnte? Du bist nur eine Hülle aus Fleisch, aber immerhin lässt du dich nicht bezahlen sonst wärst du wohl ganz allein. 

.. du bist wertlos, weil du alt wirst und es Jüngere gibt. Schönere.

.. wer will denn bitte wissen, wer du wirklich bist? Wer würde so jemanden lieben? 

.. hast du ernsthaft geglaubt, du könntest Ärztin werden? Du überlebst ja noch niemals 3 Jahre ohne Therapie. 

.. du bist es nicht wert, dass sich nach deinem Befinden erkundigt wird. Es macht eh keinen Unterschied, ob du da bist oder nicht.


Please stop..


[5:19] 

VERFICKTE SCHEISSE! 

Ich hab die härtesten drei Wochen Uni dieses Studiums vor mir FÜNF gottlose Prüfungen und eine Präsentation; bin mental komplett am Arsch; blute innerlich aus (war das überhaupt nochmal möglich?); rückfällig sein Vater, damit ich irgendwie den Kopf frei kriege zum lernen - das kann doch nicht sein Dreckspisshusoleistungsgesellschaft!!!
  Wieso werde ich ausgerechnet jetzt von meiner Vergangenheit eingeholt, vor der ich jahrelang erfolgreich weggelaufen bin..

.. und .. muss trotzdem noch jemanden vermissen, der sich einen Scheiß interessiert, ob es mir gut geht oder nicht. 
For fucks sake .. wann hab ich denn endlich genug gezahlt? Nach 2019 war mein Schuldenkonto mehr als ausgeglichen.


Ich hasse das alles so sehr .. 

.. seit 9 gottlosen Jahren kämpfe ich gegen diese Dämonen in mir, versuche ein guter Mensch zu sein. Gut zu mir selbst und noch besser zu anderen. ES TUT WEH, verdammt noch mal. Wieso muss das so verdammt unfair sein? Wieso soll ich Energie dafür verschwenden, wenn ich immer wieder verletzt werde, wenn ich versuche GUT zu sein. Woher soll ich diese Energie noch nehmen? Es war so viel einfacher, auf alles zu scheißen.. 
.. seit 1 1/2 Jahre führe ich ein für die Außenwelt perfektes Leben. Perfekt, wie ich in diesen 1 1/2 Jahren  einfach komplett ausgebrannt bin, nur weil ich versuche, endlich mal alles richtig zu machen, endlich mein Leben auf die Reihe zu kriegen. Endlich was zu erreichen. Aber um welchen Preis? 

Es sind einfach so viele Dinge passiert, die ich immer wieder runtergeschluckt habe. So viele Enttäuschungen. Runtergeschluckt. Weitergemacht. Funktioniert. Es ist so unglaublich kräftezehrend, zu funktionieren.
Wie lange muss ich denn noch funktionieren..? Wie viel soll ein Mensch, der Gefühle hat, denn noch ertragen? 
Genau deswegen habe ich die letzten 5 Jahre niemanden an mich ran gelassen. Weil es diese SCHEISS Gefühle sind, die mich verletzlich und schwach machen. Zu schwach, um standhaft genug zu bleiben, diesen Preis zu zahlen. 
 

Ich kann nicht mehr ..

Und ich will auch nicht mehr. Ich will nicht mehr dieses beschissene Drecks-Bilderbuchleben führen, wo ich so oft abends im Bett liege und heule. Ich will nicht mehr einfach weggeworfen werfen. Ich will nicht mehr immer die emphatische Fotze nette Person sein, die sich immer in andere hineinversetzen kann und jedes noch so dumme Drecksverhalten verstehen kann. Weil ich selbst nicht besser war bin. Ich will nicht mehr für selbstverständlich betrachtet werden, weil ich immer das Gute in Menschen sehe und. Ich will nicht mehr nur zum vögeln gut genug sein und danach ein wertloses Stück Fleisch Dreck. Ich will nicht mehr, dass mir ins Gesicht gelogen wird, um meine Gefühle zu wecken, wenn es nur mein Körper ist, der interessiert. Ich will nicht mehr, dass mich Menschen wegen meines Äußeren anziehend finden oder mit mir befreundet sind wegen dem was ich habe oder mache und nicht dem was ich bin. Ich will nicht mehr diese ganzen dummen Lügen hören.

Alles was ich mir jemals gewünscht habe, ist  

[ich finde seit 13 Minuten kein Ende für diesen Satz..]

Vllt. ist es einfach Wertschätzung, die ich mir wünsche.


Obwohl ich einfach schon so unglaublich kraftlos bin, schnürt sich meine Kehle schon wieder zu, mein Herz schlägt schneller .. ich versuch´s zu unterdrücken. 

Aber ich kann nicht. 

Tränen machen das Tippen schwierig.. Ich muss so heftig weinen.. zum 4. Mal seit ich wach bin. Oder zumindest das 4. Mal, an das ich mich noch erinnern kann..

Schleppe mich kraftlos zum Lichtschalter, auf dem Weg schaut mich eine Cruella de Ville auf Crack an, als ich am Spiegel vorbeischleiche. 


"Es zählt bloß, wie viele Schläge [ein Mensch] einstecken kann und ob er trotzdem weitermacht."

Ich habe schon so viel eingesteckt und immer weitergemacht.. Ich bin des Weitermachens müde.

[5:45]

Endlich kann ich mich in den Schlaf weinen.



EDIT:

[9:36]

Ich bin wach. Kann nicht mehr pennen. Das kann doch nicht sein.. drehe mich ein paar Mal von links nach rechts. 

[12:26]

Bin zu kraftlos zum Laufen, aber hej. Wenn ich jz schon verkacke dann auf allen Ebenen .. so wie früher.  


Donnerstag, 15. Dezember 2022

She did it, tho she's not ok. Well, maybe a bit ok.

 Mal wieder über n Jahr kein Post. Hab die letzte Stunde damit verbracht, meine alten Einträge zu lesen und musste fucking weinen. Aber ich lächle dabei. Das sind gleich zwei Emotionen, die ich nur noch viel zu selten erlebe. 

Schreib morgen die zweite Klausur, aber bin gut vorbereitet. Hab´s verdammt nochmal geschafft - ich studiere fucking Medizin. Mit 30, aber das ist egal, ich habs geschafft. Hätte das jemand geglaubt, als ich vor mehr als zehn Jahren den ersten Eintrag hier verfasst habe? Wohl kaum, inklusive mir selbst. Selbst vor fünf Jahren nicht, gottverdammt.

Hab die erste verkackt. Bin durch die erste Klausur gefallen, obwohl ich fast so viel gelernt hab wie damals für´s Staatsexamen. Aber auch das ist okay. Was für ne widerliche Redewendung, die für meine Person fast schon wie ein Neologismus ist. Akzeptanz. EKELHAFT. Nein, Spass :D 

Chemie. Haha, eigentlich eine meiner leichtesten Übungen, wie ein alter Freund von mir sagen würde. Aber an der Theorie hapert es wohl noch. Und ich muss grad nochmal grinsen, das ist ja wirklich verrückt. 
Seit rund 2 Monaten lebe ich nun, so wie ich es mir nun seit Jahren gewünscht habe, im Süden Deutschlands. Finally. Aber wisst ihr was? So viel besser als gedacht ist es trotzdem nicht. 

Die Menschen (zumindest aus meinen Studium) verhalten sich teilweise wie räudige Hunde. Hatte mehr erwartet. Mehr Menschlichkeit. Empathie. Die wollen alle Ärzte werden man. Ich hoffe, Radiologen oder Pathologen, diese sozial inkompetenten Missgeburten. Ernüchternd, sehr ernüchternd. Und ich vermisse meine Haufen an Vollidioten aka meiner Freunde, die ich mir ja nun über Jahre sorgfältig ausgewählt habe. Im entfernten kommt mir Situation bekannt vor, muss schmunzeln. Aber nur ganz entfernt. 

Meinen Therapeuten vermisse ich auch. Mister F.. was würd ich jetzt für eine Gesprächseinheit geben.

OK fühle ich mich nun wirklich nicht. Aber jetzt gerade irgendwie schon ein kleines bisschen und das will ich genießen. Vor Beginn dieses Eintrags fühlte ich mich noch schlechter. 

Nicht das Ende, aber ein Anfang. 
Ihr werdet von mir hören. 

Und ich versprech´s, ich werd´s packen!
Für alle, mit zerplatzen Träumen, alle die grad hoffnungslos in der Geschlossenen sitzen und suizidale Gedanken haben, die gerade vollgedröhnt auf irgendwelchen Substanzen oder Medikamenten ihr Leben vergessen wollen. Für alle, die sich verletzen, konsumieren, fressen und kotzen und sich wünschen,  niemals geboren worden zu sein. Denen aber die Kraft fehlt, das Ganze zu beenden.
Haltet durch! Eure Zeit wird kommen.

Ich hab´s auch geschafft. 

Sonntag, 17. Oktober 2021

 Tatsächlich gibt es auch noch positive Tage. Gestern bzw. heute war einer davon. Nachdem ich die letzten drei Wochen vor mich hin vegetiert bin, habe ich mich gestern spontan dagegen entschieden. 

Entgegen aller furchtbaren Erwartungen bei dem Trio Schwarzer Ritter, seine [ehemalige] BFF und ich - welches ich bis dato niemals wd gedacht hätte zsm. zu kommen - oder generell den negativen Grundannahmen meiner momentan doch stark verdächtig soziophoben Persönlichkeit. 

Es ist der erste Rave für mich nach nun dreizehn Monaten. Hatte Angst zu eskalieren - bin ich nicht. Hatte Angst vor Intrigen - es gab keine. Hatte Angst vor schlechten Erfahrungen - es ist die großartigste der letzten Wochen. 






Niemals zu Ende geschrieben, aber ein Hauch von Erinnerung <3

Freitag, 8. Oktober 2021

On a plain

Und wieder zehn Monate vorbei...zunehmend habe ich das Gefühl, dass die Zeit mit jedem Jahr schneller vergeht. Der Zahn der Zeit nagt auch an mir. Erste (Lach-)fältchen, unreine Haut, beginnende körperliche Beschwerden. Bin dick fülliger igitt!!!!!!! geworden. Alles Jammern auf hohem Niveau oder möglicherweise auch First-World-Problems. 

Möglicherweise auch der Rückschlag, den ich mir nicht eingestehen möchte. 

Die Dummheit, zu glauben, ich könnte einfach einen Strich ziehen hinter alles, was ich erlebt habe. Meine Vergangenheit ausblenden. Ohne Therapeuten überleben. Lach. Hat ja gut geklappt. 

Auf jeden Fall hat es gut geklappt, mir das alles einzureden. Hab' dieses Jahr so konsumfrei wie noch nie gelebt die letzten Jahre, sogar medikamentenfrei. Hab' meinen Jugendtraum wahr werden lassen, bin zur Bundeswehr gegangen. Hab' die Grundausbildung durchgezogen ohne Mucken und es war bei Gott nicht einfach. Viel Sport gemacht, auf Berge gegangen, in die Natur. Hab' bis auf ein ein paar Ausnahmen aufgehört zu Kotzen und esse regelmässig. Hab' aufgehört Kalorien zu zählen und mich selbst dafür zu verfluchen. Hab' keine aufgeschnittenen Arme mehr neuen Narben bekommen. Hab' lange nichtas mehr zerstört. Hab' einen wundervollen Mann an meiner Seite, den ich zur Abwechslung mal nicht belüge sondern ehrlich zu ihm bin. Weil ich es anfangs übermütig versprochen habe und mich an mein verfluchtes Wort halten muss.

Und wisst ihr was? Es kotzt mich an! Und wenn es mich nicht ankotzt, dann ist sie da wieder. Diese unermüdliche, gähnende Leere. Dieses normale Leben ist einfach nichts für mich, ich komme absolut nicht zurecht. Kann mit Ruhe und Glück nicht umgehen und warte innerlich auf das nächste nahende Unheil. Verliere zunehmend die Freude an allem was ich gerne gemacht habe, aber mache trotzdem weiter, weil ich weiß, dass es hilft. Oder mir schonmal geholfen hat. Hm..schon komisch dieses Leben. 

Bin melancholisch, denke oft an vergangene Zeiten, vergangene Menschen. Vermisse sie dann kurz, aber weiß, dass alte Zeiten eben alt sind und vorbei.

Nun werde ich dreißig (verflucht) und weiß absolut nicht mehr als mit zwanzig. Das stimmt so auch nicht..

Naja..zumindest gefühlt. 

Bin so unachtsam geworden.. früher konnte ich mich an so viele Dinge so detailliert erinnern, dass es von anderen als eine besondere Eigenschaft von mir deklariert wurde. Heute weiß ich manchmal gar nicht mehr, wann ich wo war, was in welchem Monat passiert ist. Und das, obwohl ich nüchtern bin. Erschreckend. Ich lebe, aber ich erlebe nichts mehr. Es ist, als ob alles in einem Rausch an mir vorbeizieht oder ich in einer Seifenblase durch die Welt schwebe. Beifahrer bei mir selbst.

Ist es wieder mal Zeit für den Zauberberg? NEIN schnellt es durch meinen Kopf. Sieben waren genug..dabei war ich "nur" sechs Mal da oben und das siebte in der Tagesklinik..

Ist es mir wirklich besser gegangen im letzten Jahr oder habe ich es mir einfach nur eingeredet? Jeden Tag auf's Neue. Weil es mir schonmal geholfen hat. 

Ist es der Verlust dieser ganzen Menschen? Die mir enger und wichtiger waren als meine Familie? Oder die fehlende Familie selbst? Hatte ich diese Thematik nicht längst aufgearbeitet? 

Wenn ich WhatsApp öffne, leuchten mir 45 ungelesene Chats entgegen.. plus die 31 auf dem alten iPhone. Hab' vor geraumer Zeit Push-Benachrichtigungen ausgeschaltet. Und es erscheint mir einfach gleichgültig. Desozialisiere ich? Mich unterbewusst selbst? Ich sehne mich nach Bindungen, aber habe gleichzeitig unglaubliche Angst davor. Ich isoliere mich lieber, als nochmal zu riskieren, so verletzt zu werden. Dabei weiß ich gar nicht mehr, was mich mehr verletzt hat. Am Ende ist es ja auch egal.. 

Meine konstante Beziehung über nun acht Monate kostet mich manchmal gefühlt alles an Menschlichkeit, was ich noch besitze. Weil er ein wirklich guter Mensch ist. Und weil ich ihn liebe, so wie mein kaputtes emotionales Erleben Liebe definieren würde. 

Ich fühle mich so unglaublich müde...nach außen hin komme ich voll klar und führe ein gutes Leben, erscheine austherapiert oder zumindest so, als ob ich riesige Fortschritte gemacht hätte. Das habe ich auch, klar. Wenn ich vier, fünf Jahre zurückblicke, dann hat sich vieles erreicht und mir geht es offensichtlich besser oder zumindest lebe ich gesünder. 

Aber innerlich fühle ich mich, als ob ich mich irgendwann Ende 2019 selbst begraben hätte und seither meinem verbliebenen Umfeld eine "geheilte" Version von mir selbst verkaufe. 

So, wie ich jetzt bin, wollte ich eigentlich nie werden. So kalt, so stumpf, in vielen Dingen so egoistisch. Nach diesem Eintrag kann ich wohl sagen, dass es mir so zwar besser geht als vor zwei Jahren. Aber das liegt nicht daran, dass ich positivere Gefühle entwickelt habe. Es liegt einzig und allein daran, dass ich viele Dinge einfach gar nicht mehr fühle und das ist auch gut so. 

Ich weine kaum noch, das war Früher so anders. Manchmal vermisse ich es. Dann finde ich mich nach zeitloser Dissoziation irgendwo sitzend oder liegend in meinem Zimmer wieder, innerlich schnürt sich alles zusammen und da ist wieder dieses altbekannte Brennen und dieser Schmerz und ich wünschte mir, ich könnte weinen und schreien und alles rauslassen. So wie Früher. Aber da kommt nichts. 

Zwischen Vergessen und Verarbeiten liegen Welten. 

Das Eine ist schwierig, das Andere erscheint mir schier unmöglich. 

Kein Antrieb. Kein Bock auf dies, kein Bock auf das. 


Kein verfluchter Plan. 

Sonntag, 17. Januar 2021

The ugly truth is killing ME

 Eigentlich war heute ist ein wunderschöner Tag gewesen

Nachdem ich die letzten Tage mal wieder an mir selbst zugrunde gegangen bin und anderen Menschen dem schwarzen Ritter wieder mal viel zu viel Macht über mich gegeben habe.. versank ich mal wieder viel zu sehr und viel zu tief in mir selbst, stelle mir Fragen, fühlte mich schlecht und ja, vielleicht habe ich sogar wieder einmal mir selbst die SCHULD dafür gegeben. 

MAL WIEDER das zweite Mal eine  Beziehung beendet zu haben, für ihn. Mich von dem erlogenen Gesäusel bezirzen lassen. 

"Ich liebe Dich. Ich werde Dich IMMER lieben und alles was ich mir von Herzen wünsche und will ist, das mit uns wieder zurück zu bekommen." sprach er und sah mich an, wie er es damals auch immer getan hatte. Das erste Mal, seit fast zwei Jahren, nachdem ich meine Sachen gepackt hatte ohne, dass er mich aufgehalten hat, nachdem ich eine leere Kondompackung in seiner Jogginghose gefunden habe. Er hielt mich nicht auf, ließ mich einfach gehen. Kein halbes Jahr später kam er mit dieser räudigen Hure zusammen, demütigte mich mit öffentlichen Kundgebungen, wie glücklicher mit ihr sei. Ich bin jeden Tag gestorben, ein kleines bisschen mehr.

Und trotzdem, habe ich ihm ein unzähliges Mal noch diese EINE Chance gegeben. Nun gut, ich hätte mich vermutlich eh von dem anderen getrennt, früher oder später. 

Aber trotz alledem - es ist unsagbar asozial und das letzte du kleines dreckiges Miststück TV nach ALLEM was war, nachdem DU diesen BESCHISSENEN Block gelesen hast. ANGEBLICH. Du ehrloses missbrauchtes geficktes kleines Kind, das nie gelernt hat, mit seinen Traumata umzugehen. Mich mal wd fallen zu lassen, nachdem der Kick für dich weg war, mich mal wieder rumgekriegt zu haben. ICH KOTZE GLEICH. Am liebsten mir selbst in die FRESSE!!! 

ICH HASSE DICH, T.V.! 


Aber heute. 

Heute traf ich einen Mann, wie ich ihn schon lange nicht mehr getroffen habe. Von Anfang an war da diese Anziehungskraft zwischen uns. Von Anfang an war klar, dass wir dieselben Wertvorstellungen haben. Von Anfang an war klar, dass selbst so offensichtlich lächerliche Gegebenheiten wie die Tatsache, dass wir dieselben Hobbies verfolgen, dieselbe Musik hören und beide gerne ballern, obwohl wir Ziele im Leben haben und diese auch ganz gut geschissen bekommen. 

Danach dachte ich mehr oder weniger ununterbrochen an ihn und zog tatsächlich in Betracht, meine selbstzerstörerische Existenz zu überdenken und ob es dieser Mann nicht vielleicht wert wäre, einen anderen Weg einzuschlagen. 

Aber auch war ich von Anfang an ehrlich, zum ersten Mal. Erzählte die Kurzfassung meines Fiaskos von Leben. Und er verstand es. Wirklich. Allerdings bin ich auch mit meiner absolutistisch negativen Einstellung vom Leben und generell Männern da rein gegangen und habe als Prämisse für alle weiteren Eventualitäten gefordert, dass er meine Nebentätigkeit als Hure gefälligst zu akzeptieren haben. 

Dann kam ein paar Stunden später der Anruf und dieser besagte Mann erklärte mir genau alles, was ich zwei Absätze zuvor niedergeschrieben hatte, er allerdings nicht mit dieser Prämisse leben könne und somit keine weitere Zukunft sähe. 

Jetzt verliere ich die Nerven, renne wie wild durch mein Zimmer, lasse mein ganzes Leben revue in meinem Hirn hin und her fliegen und verliere beinahe den Verstand. 

Ich sabotiere mich Tag für Tag selbst, indem ich an einem längst zerplatztem Traum festhalte und mir die Chance verneine, glücklich zu werden. 
Und das wird auf ewig so weitergehen, wenn ich nicht bald aufhöre, in diesen toxischen selbsterfüllenden Prophezeiungen zu leben. 

Beinahe hätte ich die Box mit den Rasierklingen geöffnet und mich so lange geschnitten, bis mein seelisches Leid dieser Erkenntnis in Blut, Schmerz und Tränen ertränkt worden wäre. Für den Moment.

For fucks sake. 

Aber dieses Mal bin ich stark. Ich lege die Box zurück, schmeiße mir 300mg Pregabalin ein, gehe eine rauchen und tippe schwarze Tränen auf den weißen Monitor. 

Ende.

Mittwoch, 9. September 2020

Speech of my inner self

So sitz ich hier wieder

wie so oft. 

So träume ich schon wieder

wie noch viel öfter.

So verspreche ich mir ein letztes Mal

ein allerletztes Mal. 

Wie so viele letzte Male zuvor

viel zu viele viel zu oft und viel zu gleich. 


Mal konsumiere ich

dann bin ich clean, einmal.

Mal kotze ich

dann bin ich sportlich motiviert, zweimal. 

Mal bin ich verliebt, 

dann flüchte ich, vor mir ' zum schwarzen Ritter, einmal mehr.

Niemand weiß'

vielleicht für immer? 


Ich will es nicht, dann will ich doch. 

Dann willst du mich, ich will dich nicht.                                                                        EIN AUGENBLICK

Und bist du einmal weg, dann will ich doch.

Dann will ich nichts mehr, außer dich.                                                                                     FÜR IMMER

Du weißt es nicht, was in mir steckt. 

Wann werde ich es selber wissen?                                                                                                              NIE

All diese Last, an der ich stündlich verreck'.

Wann heilen Narben? Verflucht, bin so zerrissen.                           UND IRGENDWIE LIEB' ICHS AUCH



Hass. Liebe. Hass. Liebe.                                                                                                      zerbrochenes Ich

Was in mir vorgeht? Wie ich mich fühle, Herr Psychologe?                                                            are u ok?

Eigentlich gut, danke der Nachfrage.                                                                                           no, I'm not.

Wiese stopfe ich mich dann mit Essen voll, kotze dann, nehme zu, nehme ab, sabotiere meinen Alltag und flüchte vor mir selbst, gefährde kurz vor'm Ende meine Ziele und versacke unter eingestürzten Wolkenkratzern aus Hoffnung, im Staub der Vergangenheit. 

Ist das noch SVV oder Selbstmord auf Raten?

Fällt nicht schwer, nicht zu konsumieren. Nach ein paar Tagen zumindest. Aber es fällt mir verdammt schwer, mich dann nicht selbst zu zerstören!

Ich will DAS nicht mehr!                                                                                                                oder doch?

Ich werde das nicht mehr zulassen!                                                                    ist es nicht das, was ich will?

Ich bin stark, ich kann werde das schaffen!                                                                will ich das überhaupt?

Verdammte Scheiße, ich würde alles geben.                                             JZ für ne Line und der Kopf ist frei.

Hör auf zu heulen, Schlampe, und beweg deinen fetten Arsch!



                                                                                                                                                                OK!




Donnerstag, 21. Mai 2020

Creepin' around..

Mittlerweile erscheint es mir beinahe schon merkwürdig, auf Deutsch zu schreiben. Ich schreibe mittlerweile so viel auf Englisch oder sehe mir Serien auf Englisch an, kommuniziere auf Englisch..
..fremd in der eigenen Sprache.
..fremd im eigenen Körper, manchmal.

Und da ist er wieder, dieser Kloß im Hals, dieses Drücken tief in mir drin, ungefähr zwischen anatomischem Herzen und Magen. Dieses Mal musste ich mich nicht zwingen. Bin von allein auf die Idee gekommen, wieder zu schreiben. 

Was ist passiert in den..moment, wo sind die.. letzten 6 verfickte scheisse Monate hin? Uff. Ist es wirklich so lange her? Was ist im letzten halben Jahr geschehen? 

Leere. 

Der angestrebte Entzug lief klasse. Von den angestrebten 6 Monaten Abstinenz habe ich tatsächlich fast 5 durchgehalten. 
Hab's mit einer Beziehung versucht. Super langweiliger Kerl. Guter Mann, 30, Manager, keine Drogen, keine Intention mir zumindest offensichtlich Schaden zuzufügen. Aber er wollte mich heiraten. Am liebsten schon nach einem Jahr. Sein Leben mit mir verbringen. 
Darauf bin ich NICHT klargekommen. 
Nach keinen drei Monaten hab ich es mehr ihm zuliebe beendet als mir. Eigentlich war es meine perfekte Ausrede, wieso ich mal wieder mein eigenes Leben sabotiert habe.
Und dann
Ich irre umher, Tage gehen fließend in Wochen über und diese in Monate, mein Leben zieht an mir vorbei, ich sehe es an mir vorbeifahren wie einen alten Güterzug. Denke immer, da wird noch ein Wagon kommen, nur dann kommt irgendwann keiner mehr. 
Und dann kam auf einmal wieder der schwarze Ritter ins Spiel.. 
Mit seiner Hure ist er nicht mehr zusammen. Aber er ist anders geworden. So wie ich. Oder vielmehr bin ich so geworden, wie er war als ich ihn kennenlernte. Und er ist nur noch ein Schatten seiner selbst. 
Es tut mir weh, ihn so zu sehen. Uns so zusehen. Verdammt. Es ist so unglaublich viel Scheisse passiert, die letzten eineinhalb JAHRE. Verdammt.
Wo ist unsere Leichtigkeit hin? 
Wohin ist der Glanz in unseren Augen? 
Was ist aus unseren Visionen geworden? 
Wer sind wir nur geworden? 

Zwei Schatten, flackernd im Licht der Nacht. Einst so unglaublich groß, mit noch größeren Träumen. Jetzt auf der Flucht vor genau diesen.. 

Gebrannte Kinder..und im Herzen in gewissen Dingen wirklich noch Kinder. 


Ich wünschte mir an vielen Tagen so sehr, ich könnte die Erinnerungen löschen. 
Und tue auch verdammt viel dafür.
Was nützt einem aller Reichtum dieser Welt, wenn einem der Mensch an seiner Seite fehlt, der das passende Gegenstück zum eigenen Trümmerhaufen bildet? 
Alleine ist es ziemlich zugig in diesem Trümmerhaufen, Staub sammelt sich an und insgesamt fehlt .. irgendwie bei allem etwas. 


Loslassen. 
Ich muss loslassen, sonst werde ich immer mehr abstumpfen und bald gar nichts mehr fühlen. 

Aber ist es nicht das, was ich die ganze Zeit will? Nichts mehr fühlen? An den meisten Tage ist es schon genau dieser Zustand, in dem ich mich befinde. Und er macht mich oft unbesiegbar, weil es mich verdammt mächtig macht, keine Emotionen im Weg stehen zu haben. Aber dann sind da diese immer weniger werdenden Momente, in denen ich mich TOT fühle und mir wiederum wünsche, mehr zu fühlen, mich LEBENDIG zu fühlen. Dann versuche ich das mit allen Mitteln, die ich in Therapie gelernt habe, fühle mich beschissen und mache genau dort weiter, wo ich Weihnachten 2018 aufgehört habe zu fühlen.
Und im Oktober davor.
Und im August danach.


Ich habe innerhalb von einem Jahr meine ganze beschissene Familie verloren und die beiden Menschen, von denen ich dachte, sie wären meine besten Freunde.
Mom interessiert sich seit jeher einzig und allein eh nur für sich. Ich wünsche mir so sehr eine Mom.
Dad versteht mich nicht, für ihn bin ich nur die Verrückte. Ich wünsche mir so sehr einen Dad.
Opa ist tot. Seit sechs Jahren schon. Oh Gott, ich vermisse Dich so sehr, Opa. 
Timmi G. Konnte es nicht mit ansehen, wie ich mit dem Ritter verfiel. War der beste beste Freund, den ich je hatte. Danke, das werd ich dir nie vergessen. <3
Marci ist so weit weg und hat sein eigenes Leben. Ich verstehe das, auch wenn ich mein Kind nie bekommen habe. 
Anna ist meine letzte Freundin und auch meine beste, nur wusste ich es nie zu schätzen. Danke, dass du überhaupt noch bei mir bist. 
Luisa du hast mit meiner ersten großen Liebe gefickt. Hast du jemals erwartet, dass es wieder so werden könnte wie früher?
Und genau dasselbe habe ich mit Annas getan, ich dreckige kleine Hure. Unfair enough.

Auch ich bin fremdgegangen, habe gelogen, habe Menschen willentlich verletzt. Manipuliert. Dinge zu meinem Vorteil ausgespielt. Den Menschen, die es gut mit mir gemeint haben, zu wenig Beachtung geschenkt und denjenigen, die mich zerstört haben, zu viel.
Aber dann habe ich irgendwann angefangen, mich zu ändern und wollte ein guter Mensch werden. Ich war auch ein guter Mensch, eine ganze Zeit lang.
Aber bin daran zerbrochen, weil es verdammt noch mal schwieriger ist, ein guter Mensch zu sein als ein scheiss Arschloch. Und am Ende zählt nur, wie viel man einstecken kann.

"Es kommt im Leben einzig und allein darauf an, wie du mit Verlusten umgehen kannst." 
Heute weiß ich, was du meintest, Marius. 
Aber bevor ich auch nur noch einen beschissenen Verlust in Kauf nehmen will, bleibe ich lieber ganz allein.

Wo ist das Mädchen, das so viele Freunde hatte und gerne Dinge unternommen hat?
Wo ist das Mädchen, das gerne gelacht hat?
Wo ist das Mädchen, das vor Freude kaum warten konnte, Neuigkeiten ihren Freunden zu erzählen?
Wo ist das Mädchen, das so viele Emotionen hatten, dass sie sie teilweise kaum bändigen konnte?
Wo ist das Mädchen, das ihre Werte lebte und sich für diese einsetzte?

Wie soll ich so  jemals wieder jemanden in mein Leben lassen können?
Und wie zum Teufel soll diese Person dann bitte bei mir bleiben, wenn sie sieht was für ein Mensch ich wirklich bin?



FUCK YOU. [*]

[*to myself]