Sonntag, 17. Oktober 2021

 Tatsächlich gibt es auch noch positive Tage. Gestern bzw. heute war einer davon. Nachdem ich die letzten drei Wochen vor mich hin vegetiert bin, habe ich mich gestern spontan dagegen entschieden. 

Entgegen aller furchtbaren Erwartungen bei dem Trio Schwarzer Ritter, seine [ehemalige] BFF und ich - welches ich bis dato niemals wd gedacht hätte zsm. zu kommen - oder generell den negativen Grundannahmen meiner momentan doch stark verdächtig soziophoben Persönlichkeit. 

Es ist der erste Rave für mich nach nun dreizehn Monaten. Hatte Angst zu eskalieren - bin ich nicht. Hatte Angst vor Intrigen - es gab keine. Hatte Angst vor schlechten Erfahrungen - es ist die großartigste der letzten Wochen. 






Niemals zu Ende geschrieben, aber ein Hauch von Erinnerung <3

Freitag, 8. Oktober 2021

On a plain

Und wieder zehn Monate vorbei...zunehmend habe ich das Gefühl, dass die Zeit mit jedem Jahr schneller vergeht. Der Zahn der Zeit nagt auch an mir. Erste (Lach-)fältchen, unreine Haut, beginnende körperliche Beschwerden. Bin dick fülliger igitt!!!!!!! geworden. Alles Jammern auf hohem Niveau oder möglicherweise auch First-World-Problems. 

Möglicherweise auch der Rückschlag, den ich mir nicht eingestehen möchte. 

Die Dummheit, zu glauben, ich könnte einfach einen Strich ziehen hinter alles, was ich erlebt habe. Meine Vergangenheit ausblenden. Ohne Therapeuten überleben. Lach. Hat ja gut geklappt. 

Auf jeden Fall hat es gut geklappt, mir das alles einzureden. Hab' dieses Jahr so konsumfrei wie noch nie gelebt die letzten Jahre, sogar medikamentenfrei. Hab' meinen Jugendtraum wahr werden lassen, bin zur Bundeswehr gegangen. Hab' die Grundausbildung durchgezogen ohne Mucken und es war bei Gott nicht einfach. Viel Sport gemacht, auf Berge gegangen, in die Natur. Hab' bis auf ein ein paar Ausnahmen aufgehört zu Kotzen und esse regelmässig. Hab' aufgehört Kalorien zu zählen und mich selbst dafür zu verfluchen. Hab' keine aufgeschnittenen Arme mehr neuen Narben bekommen. Hab' lange nichtas mehr zerstört. Hab' einen wundervollen Mann an meiner Seite, den ich zur Abwechslung mal nicht belüge sondern ehrlich zu ihm bin. Weil ich es anfangs übermütig versprochen habe und mich an mein verfluchtes Wort halten muss.

Und wisst ihr was? Es kotzt mich an! Und wenn es mich nicht ankotzt, dann ist sie da wieder. Diese unermüdliche, gähnende Leere. Dieses normale Leben ist einfach nichts für mich, ich komme absolut nicht zurecht. Kann mit Ruhe und Glück nicht umgehen und warte innerlich auf das nächste nahende Unheil. Verliere zunehmend die Freude an allem was ich gerne gemacht habe, aber mache trotzdem weiter, weil ich weiß, dass es hilft. Oder mir schonmal geholfen hat. Hm..schon komisch dieses Leben. 

Bin melancholisch, denke oft an vergangene Zeiten, vergangene Menschen. Vermisse sie dann kurz, aber weiß, dass alte Zeiten eben alt sind und vorbei.

Nun werde ich dreißig (verflucht) und weiß absolut nicht mehr als mit zwanzig. Das stimmt so auch nicht..

Naja..zumindest gefühlt. 

Bin so unachtsam geworden.. früher konnte ich mich an so viele Dinge so detailliert erinnern, dass es von anderen als eine besondere Eigenschaft von mir deklariert wurde. Heute weiß ich manchmal gar nicht mehr, wann ich wo war, was in welchem Monat passiert ist. Und das, obwohl ich nüchtern bin. Erschreckend. Ich lebe, aber ich erlebe nichts mehr. Es ist, als ob alles in einem Rausch an mir vorbeizieht oder ich in einer Seifenblase durch die Welt schwebe. Beifahrer bei mir selbst.

Ist es wieder mal Zeit für den Zauberberg? NEIN schnellt es durch meinen Kopf. Sieben waren genug..dabei war ich "nur" sechs Mal da oben und das siebte in der Tagesklinik..

Ist es mir wirklich besser gegangen im letzten Jahr oder habe ich es mir einfach nur eingeredet? Jeden Tag auf's Neue. Weil es mir schonmal geholfen hat. 

Ist es der Verlust dieser ganzen Menschen? Die mir enger und wichtiger waren als meine Familie? Oder die fehlende Familie selbst? Hatte ich diese Thematik nicht längst aufgearbeitet? 

Wenn ich WhatsApp öffne, leuchten mir 45 ungelesene Chats entgegen.. plus die 31 auf dem alten iPhone. Hab' vor geraumer Zeit Push-Benachrichtigungen ausgeschaltet. Und es erscheint mir einfach gleichgültig. Desozialisiere ich? Mich unterbewusst selbst? Ich sehne mich nach Bindungen, aber habe gleichzeitig unglaubliche Angst davor. Ich isoliere mich lieber, als nochmal zu riskieren, so verletzt zu werden. Dabei weiß ich gar nicht mehr, was mich mehr verletzt hat. Am Ende ist es ja auch egal.. 

Meine konstante Beziehung über nun acht Monate kostet mich manchmal gefühlt alles an Menschlichkeit, was ich noch besitze. Weil er ein wirklich guter Mensch ist. Und weil ich ihn liebe, so wie mein kaputtes emotionales Erleben Liebe definieren würde. 

Ich fühle mich so unglaublich müde...nach außen hin komme ich voll klar und führe ein gutes Leben, erscheine austherapiert oder zumindest so, als ob ich riesige Fortschritte gemacht hätte. Das habe ich auch, klar. Wenn ich vier, fünf Jahre zurückblicke, dann hat sich vieles erreicht und mir geht es offensichtlich besser oder zumindest lebe ich gesünder. 

Aber innerlich fühle ich mich, als ob ich mich irgendwann Ende 2019 selbst begraben hätte und seither meinem verbliebenen Umfeld eine "geheilte" Version von mir selbst verkaufe. 

So, wie ich jetzt bin, wollte ich eigentlich nie werden. So kalt, so stumpf, in vielen Dingen so egoistisch. Nach diesem Eintrag kann ich wohl sagen, dass es mir so zwar besser geht als vor zwei Jahren. Aber das liegt nicht daran, dass ich positivere Gefühle entwickelt habe. Es liegt einzig und allein daran, dass ich viele Dinge einfach gar nicht mehr fühle und das ist auch gut so. 

Ich weine kaum noch, das war Früher so anders. Manchmal vermisse ich es. Dann finde ich mich nach zeitloser Dissoziation irgendwo sitzend oder liegend in meinem Zimmer wieder, innerlich schnürt sich alles zusammen und da ist wieder dieses altbekannte Brennen und dieser Schmerz und ich wünschte mir, ich könnte weinen und schreien und alles rauslassen. So wie Früher. Aber da kommt nichts. 

Zwischen Vergessen und Verarbeiten liegen Welten. 

Das Eine ist schwierig, das Andere erscheint mir schier unmöglich. 

Kein Antrieb. Kein Bock auf dies, kein Bock auf das. 


Kein verfluchter Plan. 

Sonntag, 17. Januar 2021

The ugly truth is killing ME

 Eigentlich war heute ist ein wunderschöner Tag gewesen

Nachdem ich die letzten Tage mal wieder an mir selbst zugrunde gegangen bin und anderen Menschen dem schwarzen Ritter wieder mal viel zu viel Macht über mich gegeben habe.. versank ich mal wieder viel zu sehr und viel zu tief in mir selbst, stelle mir Fragen, fühlte mich schlecht und ja, vielleicht habe ich sogar wieder einmal mir selbst die SCHULD dafür gegeben. 

MAL WIEDER das zweite Mal eine  Beziehung beendet zu haben, für ihn. Mich von dem erlogenen Gesäusel bezirzen lassen. 

"Ich liebe Dich. Ich werde Dich IMMER lieben und alles was ich mir von Herzen wünsche und will ist, das mit uns wieder zurück zu bekommen." sprach er und sah mich an, wie er es damals auch immer getan hatte. Das erste Mal, seit fast zwei Jahren, nachdem ich meine Sachen gepackt hatte ohne, dass er mich aufgehalten hat, nachdem ich eine leere Kondompackung in seiner Jogginghose gefunden habe. Er hielt mich nicht auf, ließ mich einfach gehen. Kein halbes Jahr später kam er mit dieser räudigen Hure zusammen, demütigte mich mit öffentlichen Kundgebungen, wie glücklicher mit ihr sei. Ich bin jeden Tag gestorben, ein kleines bisschen mehr.

Und trotzdem, habe ich ihm ein unzähliges Mal noch diese EINE Chance gegeben. Nun gut, ich hätte mich vermutlich eh von dem anderen getrennt, früher oder später. 

Aber trotz alledem - es ist unsagbar asozial und das letzte du kleines dreckiges Miststück TV nach ALLEM was war, nachdem DU diesen BESCHISSENEN Block gelesen hast. ANGEBLICH. Du ehrloses missbrauchtes geficktes kleines Kind, das nie gelernt hat, mit seinen Traumata umzugehen. Mich mal wd fallen zu lassen, nachdem der Kick für dich weg war, mich mal wieder rumgekriegt zu haben. ICH KOTZE GLEICH. Am liebsten mir selbst in die FRESSE!!! 

ICH HASSE DICH, T.V.! 


Aber heute. 

Heute traf ich einen Mann, wie ich ihn schon lange nicht mehr getroffen habe. Von Anfang an war da diese Anziehungskraft zwischen uns. Von Anfang an war klar, dass wir dieselben Wertvorstellungen haben. Von Anfang an war klar, dass selbst so offensichtlich lächerliche Gegebenheiten wie die Tatsache, dass wir dieselben Hobbies verfolgen, dieselbe Musik hören und beide gerne ballern, obwohl wir Ziele im Leben haben und diese auch ganz gut geschissen bekommen. 

Danach dachte ich mehr oder weniger ununterbrochen an ihn und zog tatsächlich in Betracht, meine selbstzerstörerische Existenz zu überdenken und ob es dieser Mann nicht vielleicht wert wäre, einen anderen Weg einzuschlagen. 

Aber auch war ich von Anfang an ehrlich, zum ersten Mal. Erzählte die Kurzfassung meines Fiaskos von Leben. Und er verstand es. Wirklich. Allerdings bin ich auch mit meiner absolutistisch negativen Einstellung vom Leben und generell Männern da rein gegangen und habe als Prämisse für alle weiteren Eventualitäten gefordert, dass er meine Nebentätigkeit als Hure gefälligst zu akzeptieren haben. 

Dann kam ein paar Stunden später der Anruf und dieser besagte Mann erklärte mir genau alles, was ich zwei Absätze zuvor niedergeschrieben hatte, er allerdings nicht mit dieser Prämisse leben könne und somit keine weitere Zukunft sähe. 

Jetzt verliere ich die Nerven, renne wie wild durch mein Zimmer, lasse mein ganzes Leben revue in meinem Hirn hin und her fliegen und verliere beinahe den Verstand. 

Ich sabotiere mich Tag für Tag selbst, indem ich an einem längst zerplatztem Traum festhalte und mir die Chance verneine, glücklich zu werden. 
Und das wird auf ewig so weitergehen, wenn ich nicht bald aufhöre, in diesen toxischen selbsterfüllenden Prophezeiungen zu leben. 

Beinahe hätte ich die Box mit den Rasierklingen geöffnet und mich so lange geschnitten, bis mein seelisches Leid dieser Erkenntnis in Blut, Schmerz und Tränen ertränkt worden wäre. Für den Moment.

For fucks sake. 

Aber dieses Mal bin ich stark. Ich lege die Box zurück, schmeiße mir 300mg Pregabalin ein, gehe eine rauchen und tippe schwarze Tränen auf den weißen Monitor. 

Ende.