Freitag, 29. Dezember 2017

Gone 4.0

DBT, Woche zwei, Tag vier. Komme gerade aus dem Männerklo (liegt am Ende Flurs wo mich hoffentlich niemand kotzen hört) nachdem ich mich vier Milka Schokokeksen, einer Tüte chinesischer „Moon Cracker“ und einer handvoll gesalzener frittierter Maiskörner entledigt habe. Ach ja nicht zu vergessen die Packung (=250!!g) Marzipan Röllchen. Für ne FA sogar echt vertretbar, wenn man bedenkt das ich vorher nur ein Brötchen mit veganem Aufstrich und keine ganze Portion Lachsfilet mit Gemüsereis gegessen habe. Von meinem Kampfgewicht von 62kg mit Klamotten mal ganz zu schweigen.
Die letzten Wochen haben an mir gezehrt. Aber psychisch noch mehr als körperlich. Whey, immerhin bin ich nur noch drei Kilo von meinem Traumgewicht entfernt. Kein Applaus für Scheisse.
Als ich heute morgen aufgestanden bin, bin ich beinahe wieder zurück ins Bett gefallen, weil mir schwarz vor Augen wurde. Ich mag dieses Gefühl. In solchen Momenten weiß ich wenigstens, dass ich tatsächlich noch lebe.
Angespannt auf dem Bett liegend, überlege ich ob ich dieses mich dreckig angrinsende Chilibonbon auf meinem Nachtisch in meinen Mund stecken soll, damit der Druck weg geht. Meine Anspannung ist so hoch, das ich mich noch niemals dazu in der Lage fühle. Ich würde mir in diesem Moment tatsächlich nichts lieber wünschen als mir die Arme so lange aufzuschneiden, bis dieser verfickte Druck weg geht. Oder ich ausgeblutet bin.
Warum muss es ausgerechnet heute schneien? Ich könnte gerade wirklich ausrasten. Mal abgesehen davon das ich als Patientin nicht fahren darf, könnte ich noch mehr ausrasten als mir bewusst wird das meine eigene Trägheit schuld daran ist, das ich mich in dieser scheinbar ausweglosen Situation befinde. Wenn ich doch nur nach Hause fahren könnte um mir eine zusätzliche Ration Tabletten zu beschaffen.
Mindestdosis Medikamente, kein Konsum, kein SVV. Dazu schwarzer Ritter im Suicide Modus.
Dieses DBT ist die verdammt noch mal beschissenste und vor allem härteste Therapie meines Lebens.
Wirklich.
Das dachte ich letztes Jahr schon, aber da war es tatsächlich ein Überlebenskampf. Der war hart, keine Frage. Aber hier geht es darum, mein Verhalten, vor allem mein Fehlverhalten(=selbstschädigend) grundlegend zu ändern.
Und als wenn es nicht schon schwierig genug ist, mich meiner geliebten fünfundzwanzig Jahre lang mühsam antrainierten Marotten zu entledigen, kommt dazu noch mein gehasster geliebter Ritter.

Ich weiss, ich bin manipulativ.
Ich weiss, ich erpresse emotional.
Ich weiss, ich denke schwarz-weiss.
Ich weiss, ich habe einen Hang zum übertreiben.
Und ich weiss, ich lege Dinge gerne zu meinen Gunsten aus.

Aber am sichersten weiss ich, dass ich diese eine Person, die Liebe meines Lebens, um keinen Preis der Welt aufgeben würde und egal was zwischen uns stünde, ich würde Ihn unterstützen. Ihn immer aufrichtig lieben und zu Ihm stehen, komme was wolle.
Und nach allem was war, hätte ich gedacht, es wäre anders herum genau so. Aber wieder einmal muss ich feststellen, dass meine Erwartungshaltung zu hoch ist.
Ist es zu viel erwartet, wenn ich mir wünsche das mein Prinz mir in dieser schweren Zeit meine Hand hält und für mich da ist?

Zwei Wochen kein Kontakt. Wird ihm alles zu viel und er muss selbst klar kommen, braucht Ruhe. Ruhe vor mir.
Ich verstehe, dass der Vorfall mit dem Parasuizidalem Tabletten-Koma und die Zeit danach Ihm schwer zusetzten.
Aber ich hatte gedacht, dass die Liebe, Unsere Liebe, stark genug gewesen wäre dies alles gemeinsam durchzustehen.
Und so sitze ich hier, nicht wissend was passiert, mir alle Szenarien die ich nicht sehen will im Kopf herum geisternd. Kopfkino, ohne Ende. Es macht mich verrückt. Ich bin verrückt. Gedanken rasen, ich kann keinen einzigen klaren Gedanken fassen. Hilflos, ja hilflos.
Wo? Mit wem? Wieso nur?

Oh geliebter Prinz, verblendet durch deinen Rausch kannst du dir nicht annähernd vorstellen, welch Folter du mir bereitest. Oder vielleicht weisst du genau dies. Ich will nicht wissen, welches von beiden mich mehr zerstören würde. Aber jetzt gerade in diesem Moment zerstört es alles in mir, diese Unwissenheit. Wie konntest du mich in dieser Situation so alleine lassen? Kurz vor der verhassten Jahreswende? Nachdem ich jeden Tag in liebevoller Handrbeit dein Weihnachtsgeschenk vorbereitete? Dir die ewige Liebe schwor?
Wie konntest du mich, zum vierten Mal, alleine lassen gerade jetzt wo ich hier gefangen bin?
Bin ich Dir Deiner Liebe nicht wert?

Und in genau diesem Moment wird mir auf die schmerzhafte Weise klar: ich hatte erneut Alles gegeben und ebenso verloren. Ich bin allein.
Mein Herz bleibt kurz stehen und schlägt dann viel zu schnell weiter, mein Atem stockt, ich springe auf und renne erneut zur Toilette während die Tränen meine Wangen herunter rinnen.

Später würde ich bereuen die einzige Beruhigungstablette ausgekotzt zu haben, die mir hier zusteht.

Dienstag, 26. Dezember 2017

Do. 14.12.2017, ca 9:30


Während ich, wie es sich für diese Uhrzeit üblicherweise für mich gehört, den bitteren Nachgeschmack meiner pulverisierten Tabletten mit dem guten Krüger Family Cappuccino herunter spülend auf der verdreckten durchgesessen Couch im Reich des schwarzen Ritters (und nun auch meinem) langsam erwache, klingelt unüblicherweise mein iPhone. Von zunehmenden Paranoia geplagt blicke ich argwöhnisch auf das Display. Die ersten Ziffern kenne ich doch.
Und noch bevor ich den Anruf entgegen nehme weiß ich genau Bescheid:

Der nun fünfte Aufenthalt in der Klapse steht unmittelbar vor der Tür.

Schon nächsten Dienstag?“ rauscht es mir deutlich erschrockener über die Lippen, als ich es selbst von mir erwartet hätte.
Das sind nur noch FÜNF verfickte Nächte. Panik kommt in mir auf, Schnappatmung, sie schnürt mir die Luft zum atmen ab.
Und Film ab. Bilderrauschen. Die letzten Wochen und Monate, eine Achterbahnfahrt Talabwärts.

Es war so unglaublich schön, zum ersten mal in meinem Leben für sagenhafte sechs Monate das Gefühl gehabt zu haben, bei sich selbst angekommen zu sein, glücklich und vollkommen zu sein.

Und ich bin so unendlich dankbar diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen!

Und dann?
Gemeinsames Reich mit dem Prinzen= schwarzer Ritter. Die letzten Wochen zumindest wieder. Nach diesem Anruf: der Prinz.
Und ich? Erst Prinzessin, dann unzufriedenes Prinzess´chen, dann zunehmend verlorene Seele. Die Narben auf meinen Armen wurden zunehmend mehr, und es ist erschreckend wenn ich daran denke wie viel Blut zuletzt geflossen ist, gerade weil ich früher Angst davor hatte zu tief zu schneiden und nur etwas „ritzte“ für das Schmerz empfinden oder meinen Körper wirklich zu spüren.

Kontrollverlust.

Kontrollverlust war es ebenfalls als ich vor Wut Gegenstände durch die Gegend schmiss und zerstörte, dissoziierte ohne später zu wissen was wirklich passierte und es nur an den Spuren der Verwüstung fest machen konnte; Kontrollverlust als ich einen ganzen Blister meiner Beruhigungstabletten schluckte, ohne zu wissen was danach passieren würde. Einfach weil es mir egal war.
Der Nachteil wenn man bereits ein, oder in meinem Fall drei mal, fast gestorben ist, ist: Du hast keine Angst mehr vor dem Tod. Denn auch wenn du überlebst, und sei dir gewiß es hat auch einen riesen Vorteil: Du schätzt dein beschissen wertloses Leben endlich mal, du hast keine Angst mehr vor dem Tod. Und die solltest du in gewissen Situationen haben, wenn du wie ich an einer Impulskontrollstörung leidest und dir an manchen Tagen im Minutentakt die Sicherungen durchbrennen.

Vor allem habe ich das Gefühl, dass sich seit ich aufgehört habe regelmäßig zu konsumieren, meine anderen „Ausfallerscheinungen“ regelrecht dupliziert haben. (Von dem nasalen Konsum meiner morgendlichen Medikation mal abgesehen, welcher meiner Meinung nach lächerlich ist wenn man mal nüchtern, haha, betrachtet was ich meinem mittlerweile zierlichen Körper alles einverleibt habe.)
Da könnte ich jedes mal erneut meinen Kopf gegen die Wand schlagen vor Wut. Wofür mache ich diese ganze Scheisse eigentlich, hört man mit dem einen auf wird das andere wieder mehr.
Mehr Drogen – weniger Gefühle. - weniger (fr)essen. -mehr Selbstwert. - weniger SVV. - Weniger Drogen. - mehr Gefühle. - mehr FRESSEN. wenig bis kein Selbstwert. - deutlich mehr SVV. - vernarbte Arme. - Stress. - Probleme. - ___FAIL!___

Das alles sollte mir doch den Anreiz geben völlig übermotiviert in meine verfickte fünfte und hoffentlich letzte Therapie zu starten.
Zwölf Wochen. Zwölf laaaange Wooochen. Auf den Tag genau. Vierundachtzig Tage und Nächte.

Ja ich habe mich tatsächlich zwischenzeitlich in irgendeiner abstrakten Art und Weise auf diese Zeit gefreut, als ich mich erneut erschlagen vom Alltag fühlte und vor diesem flüchten wollte. Inclusive Flucht vor dem Prinzen; auf welchen ich zeitweise auch gerne den Ursprung allen Übels schiebe (meiner Meinung nach gerechtfertigt, da er sich selbst so bezeichnet).
Das traurige was ich in diesen Minuten nach dem Anruf meiner Lieblingsklinik merkte: das beschissene Problem an der ganzen Sache ist, dass man nicht vor sich selbst fliehen kann und ich so meine Therapie-Reise mit dem größten aller Probleme im Schlepptau antreten werden müsse: mir selbst.
Und in genau diesem Moment werde ich noch ein bisschen panischer und wünsche mir, ich hätte diese Therapie niemals beantragt.

Ich will doch einfach nur die Prinzessin sein deren Hand von der des Prinzens gehalten wird in dem Luftschloss das es nicht gibt und nicht die verlorene Seele die auf dem verdreckten durchgesessenen Sofa über ihren Alltag klagt und sich und den schwarzen Ritter abgrundtief hasst.

Dienstag, 9. Mai 2017

25 & 5

Es ist soweit..ich bin 25. Und es war gar nicht mal so schlimm wie ich dachte. Als Bekannter Geburtstags- Oster- und Weihnachtshasser habe ich das Wochenende ruhig verbracht und noch niemals zu einem Umtrunk oder Chillout eingeladen.
Am Samstag, der im Übrigen mein 5. Monatstag CLEAN war (abgesehen von Alkohol und gelegentlichem Medikamentenmissbrauch) hat mich nachmittags die Nachricht von einer guten Freundin erreicht, dass sie und (ich glaube) 16 (!!) andere Freunde von mir, unter anderem die beiden guten Feen, die Spaßvögel und sogar der Prinz = schwarze Ritter mir einen Fallschirmsprung zum Geburtstag geschenkt haben. OOOH MY! Echt! Niemals, wirklich niemals hätte ich damit gerechnet dass sich SO viele Menschen, ja meine Freunde die mich scheinbar wirklich mögen, mir so etwas was ich mir echt lange gewünscht/erträumt habe schenken würden. Tatsächlich hab ich fast geweint. Aber was mich so sehr im Herzen berührt hat war nicht der Sprung an sich, welcher mehr als genial ist, sondern die Tatsache das sich so viele Menschen scheinbar wirlich für mich interessieren und sich zusammen getan haben mir so eine Freude zu bereiten, und das obwohl ich noch niemals zu einer Feierlichkeit geladen habe. Selten das mir die Worte fehlten aber da war es soweit.

DANKE! ICH LIEBE EUCH <3

Dieses Geschenk kam sogar irgendwie "passend" .. die Tage zuvor ging es mir teilweise nicht sooo gut psychisch, weil ich mal wieder aus grösstenteils unerklärlichen Gründen Paranoia und Misstrauen entwickelt habe. Lag vermutlich daran das ich die komplette Woche bei meinem Stiefdad verbracht habe, da ich lernen wollte, und mich so von meinen Freunden und der WG in der ich am Wochenende lebe abgeschottet habe.
Herr F ( mein Psychologe) würde jetzt sagen

Das gehört zu Ihrer Borderline Persönlichkeit dazu. Stresssituationen lösen Paranoia und Misstrauen aus.

 Ja danke auch, hätt ich mir selbst denken können. Aber was für Stress? Klar die Prüfungen und die Wohnsituation..aber eigentlich gehts mir ja echt gut.
Naja..tatsächlich ging es so weit, dass ich nahezu utopische Vorstellungen hatte, wie meine Freunde hinter meinem Rücken über mich reden oder absurde Verschwörungstheorien gegen mich.
Demnach war meine Freude über dieses Geschenk umso größer.

WOW,  meine Freunde mögen mich scheinbar wirklich.

Was zur verfickten Hölle stimmt nicht mit mir und meinem scheiss Kopf und wie in aller Welt kann ich das abschalten?????????!!!!

Samstag und Sonntag also ging es mir richtig gut, und gestern auch. Bis meine gestörten Denkmuster mir das Leben mal wieder schwer machten.

Also..
Die oben genannte gute Freundin von mir, war meiner verstörten subjektiven Meinung nach schon die ganze Woche über ein wenig anders als sonst und am Wochenende noch mehr. Sie hatte sich kaum gemeldet und war irgendwie distanzierter als sonst. Hatte da schon einen Haken hinter gesetzt (=ich glaubte ich habe das wie öfters falsch interpretiert und wir haben uns einfach wenig gesehen, da ich ja bei meinem Stiefdad war) nachdem ich erfahren habe das sie das alles mit dem Fallschirmsprung organisiert hatte.
Bis..ja..bis ich gestern nachmittag eine Memo von ihr bekam wo es hieß, dass ihr noch Gedanken vom Wochende im Kopf herum schwirren würden "von wegen Wahrheit und so" und sie wisse aber noch nicht ob sie es anspricht oder nicht.
schock, Schock, SCHOCK.

Direkt gingen in meinem Kopf alle Alarmglocken und ich hatte das Gefühl das ich nach dem Verlust der ganzen Menschen im letzten Jahr und der Enttäschungen wie in einem Trauma noch mal alles durchlebte. Nicht schön, gar nicht schön.
Ich antwortete das wir ja versprochen hatten immer ehrlich zu sein und das ich nicht möchte das Missverständnisse auftauchen da sie mir sehr wichtig ist und das ich sie lieb habe und sie auf sich aufpassen soll.
(ein Fortschritt das ich in so einer Situaiton überhaupt so reagiere..)
Und bis gerade eben.. KEINE ANTWORT.

Nichts..

Wenn ein Mensch mich so gut kennt frage ich mich wieso er mir so etwas antut? Könnt ihr euch vorstellen was so etwas mit jemandem macht der so ziemlich alles in seinem Leben schon mal verloren hat inclusive sich selbst?
 
ICH HASSE ES ICH HASSE ES ICH HASSE ES
Und mich hasse ich in solchen Momenten auch wieder ein kleines bisschen mehr weil ich mir einfach nur wünsche normal sein zu können und mir so eine verfickte scheiss Nachricht auf die noch niemals eine Erklärung folgt ( WEIßT DU EIGENTLICH WIE FEIGE DAS IST??!!) mich so runter zieht und mit nimmt und schlimmste Erinnerungen auslöst, wirklich wie ein Trauma.
ICH WILL DAS NICHT.


Wieso können Menschen nur so grausam sein. Sich in eine für sie überlegene Position bringen von der sie wissen das sie dem anderen schadet? Ich verstehe es einfach nicht.
Oder ich drehe völlig am Rad und entwickle tatsächlich krasse Paranoia..

Werde es Donnerstag bei Herrn F ansprechen..

bis dahin.. 7

 





Donnerstag, 4. Mai 2017

Almost 25

Die letzten Minuten vor meinem fünfundzwanzigstem Geburtstag brechen an und ich liege in der Dunkelheit bei meinem Stiefdad auf der Couch und höre Musik.
Habe mir gerade ein paar alte Einträge durchgelesen, vor allem der Rückblick auf 2016 ist mir unter die Haut gegangen und ich musste ein wenig weinen, das erste mal seit langem. Kann gar nicht sagen wie dankbar ich allen Menschen bin die hinter mir standen und stehen vor allem meiner guten Fee Nummer eins. Ich wüsste nicht wo ich ohne euch und vor allem dich wäre, ihr habt mir alle das Leben gerettet.

Morgen werde ich fünfundzwanzig Jahre alt und wenn ich so in mich hinein fühle, fühlt es sich fast schon an wie ein halbes Jahrhundert und nicht ein viertel. Muss seufzen.. aber letztendlich hat alles eine ganz gute Wendung bekommen bisher.
Müde? Mhm..vllt minimal. aber nicht mehr müde in der Form wie ich es früher war. Eher ein wenig erschöpft, aber definitiv bereit den Weg weiter zu bestreiten. Und eigentlich muss ich ein wenig grinsen wenn ich daran denke was ich schon alles erlebt habe. Wenn ich es eines Tages schaffe alles mal geordnet zu Wort zu bringen würde es garantiert ein Bestseller werden.. Aber dann darf ich nicht mehr so viel konsumieren, also wirklich nicht. Fühle mich jz schon teilweise hängen geblieben und total vergesslich und diese Erinnerungen sind viel zu wertvoll als das ich sie vergessen wollen würde. Wobei ich glaube das ich sehr vieles auch schon vergessen habe..
Das halbe Jahr will und werde ich definitv schaffen, sind ja keine 5 Wochen mehr. Aber danach heisst es dann weiter sich am riemen reißen.
Ist da draussen zufällig jmd der sich mit mir zsm motivieren möchte? :D
Wenn ich diese beschissene Ausbildung hinter mir habe .. werde ich mir erstmal die Ruhe antun und mein scheiss Buch schreiben, und reisen, und ja die DBT Therapie sollte ich wohl auch mal machen.
Und dann mache ich mein Vollabi nach und werde Psychologin. ;-)

Heute wieder viel zu viel gegessen, mit der Ausrede das ich mich mit 25 Jahren ab morgen zsm reissen werde und den letzten Tag noch mal alles genießen kann. Naja wenigstens nicht gekotzt und meine vernarbte Speiseröhre mal nen Tag geschont und dafür ne Käse-Laugenstange, ein Schoko Croissant, drei Kugeln Eis mit Streuseln, eine Packung Käsechips (purer Käse, kein Teig), eine Tafel Tuc Schokolade, zwei Brötchen. ups. UPS.
Oooooh ich hasse mich gerade so ich wünschte es wäre niemand zuhause gewesen das ich hätte kotzen können als es noch nicht zu spät war.

Ich hatte heute wirklich Angst zwischenzeitlich das ich es niemals schaffen werde wieder normal zu essen und mein altes Gewicht wieder zu bekommen. Ja das war verdammt noch mal echte Angst.
Aber ich bin eigentlich zu versichtlich das es besser werden wird. Ich darf nicht mehr weg laufen und muss mich wieder mehr mit mir selbst beschäftigen. NOCH MEHR. Mit dem wahren Ich.

So ne vrfckt gute Nacht wünsche ich ich will noch mit 24 pennen gehen haha. :D

xoxo

Hly sht

OOOOH MY.
Ich bin überfordert. :D Wollte eig schon länger mal wd gepostet haben, aber ich kam wie so oft zu nichts bzw habe meine Prioritäten anders gesetzt und als ich gestern schreiben wollte hat sich mein Lappi zwischenzeitlich ins Jenseits verabschiedet.
Diese Zeilen lesen immer weniger müde Augen und es ist mir auch egal, denn es ist MEIN Blog. Meine Geschichte, nur für mich. Aber ich vermute doch das der ein oder andere sich die Domain gespeichert haben könnte, als ich verballert falsches Vertrauen gefasst habe. Deswegen werde ich demnächst mal einen privaten Eintrag auf meinem Laptop machen NUR für mich.. 100% ugly truth.

Wo wir gerade bei ugly wären..so fühle ich mich derzeit. Ugly and fat. Fääät. Ja eigentlich sind diese Zeiten vorbei, in denen ich rum heule und a la Pro Ana/Mia realtätsferne Ideale verherrliche. Aber mal ehrlich..ich würde gerne die Person sehen die nach nun fast fünf (!! - wo ist mein Applaus?) Monaten Entzug nicht zugenommen hat. Oder zumindest nicht merklich. Ich  rauche ja meistens noch niemals unter der Woche.
Dafür trinke ich gelegentlich mal, und mal auch etwas mehr. Aber nie mehr als einmal die Woche, meistens ein Abend alle zwei Wochen. Und dann richtig.
Schlechtes Gewissen? Nein verdammt. Es macht verdammt noch mal Spass und im Vergleich zu früher ist das sowas von nicht selbstverletzend oder realitätsentfliehend.

Mir geht es gut. Und ich bin glücklich. Mit mir selbst. 

Musste tatsächlich grad ne Minute inne halten und mir diesen Satz noch mal auf der Zunge zergehen lassen - Ich bin glücklich mit mir selbst. Oh wow..ich hab echt Tränen in den Augen. Niemals hätte ich gedacht das ich mal so etwas sagen könnte. Und nicht nur die Worte sagen sondern auch fühlen. ICH FÜHLE WIEDER! UND ZWAR SO NEN POSITIVEN SCHEISS!!!!
Habe ich es geschafft? Keine Ahnung, echt nicht. Aber ich weiss das ich etwas geschafft habe was ich vorher noch nie geschafft habe in meinem Leben -
Bei mir selbst angekommen zu sein und es genießen, seit nun vier Monaten. Vollkommenheit & Glück.
Und das ohne Prinzen.


 Verliebt? Nein. In mich selbst vielleicht, ein bisschen. Hihi. Wird ja fast schon ungewohnt ekelhaft hier. Und ob ich mich jemals wieder verlieben werde, keine Ahnung. Das will ich zur Zeit auch gar nicht, ich will einfach noch ein bisschen diesen Zustand mit mir selbst genießen

Endlich Frieden geschlossen zu haben.

Und jetzt wird mir auch bewusst, das ich eigentlich gar nicht fressen muss bis zum umfallen um das Loch zu stopfen was mal da war. Denn eigentlich .. hm ja. Ich muss überlegen.
Diese Leere ist manchmal noch da, wenn auch nicht so präsent.  Aber nicht mehr im Bauch, gähnend und groß und alles verschlingend wie diese Sinnlosigkeit in meinem Leben damals.
Es ist eher dort wo mein Herz ist. Aber auch nicht richtig leer. Eher zusammen geschrumpelt das Ding und etwas bis sehr faulig. So stell ich es mir vor. Und schwarz. Aber es macht mich nicht traurig das zu schreiben. Es ist einfach so.

Will jetzt auch nicht zu viel erwarten. Vor einem halben Jahr habe ich rein gar nichts mehr gefühlt außer diesem Schmerz und dann doch der Leere und jetzt habe ich Gefühle die ich 24 1/2 Jahre zuvor nie hatte. Da ist ein schwarzes totes Herz ja mal die kleinste Sorge.
Und ganz ehrlich..ich will das alles auch gar nicht mehr.
Sex kann man auch so haben, ohne den rosa Klimbim drum herum.


Tausend wirre Gedanken in meinem Kopf die ich alle grad zu ordnen versuche, nervig das alles. Und ich vermisse den Roten Faden in meinem Post gerade. :D
Aber bin froh überhaupt zu schreiben, ich hoffe echt ich schaffe es zumindest alle zwei Wochen, da ich mein Psychologen Gespräch auch nur noch alle zwei Wochen habe. (wuhuu, für so stabil hält mein Psychologe mich schon) Ich hoffe das geht gut, normalerweise wäre morgen das Gespräch jetzt erst nächste Woche.
Und ich habe immer noch nichts konsumiert. Ausser den o.g. Mengen an Alkohol und gelegentlich meine Tabletten nasal statt oral..aber whey. Ich bin n scheiss Junkie solange ich es nicht jeden Tag tue  und dabei lerne oder andere nützliche Dinge tue hab ich es vor mir selbst gerechtfertigt.
Peng. Fckng sht, ich bin so stolz auf mich. :D

Wird auch mal Zeit  nach einem knappen vierteljahrhundert das sich was ändert.. noch 2 Nächte...OOOOH Shit.

DON´T WANT TO BE FCKG OLD..

Who´s gonna save me?









Freitag, 13. Januar 2017

Entlassung



In meinem letzten Eintrag hatte ich versucht zu beschreiben, dass es mir tatsächlich ein wenig besser ging. Für klitzekleine Momente kam ein leichtes Gefühl der Freude auf, ich konnte viel lachen und fühlte es sogar irgendwie.
In der Tat, so dachte ich an diesem Mittwoch, war ich auf meinem Weg ein kleines Stückchen voran geschritten, voran auf dem Weg meine Gefühle wieder zu finden zurück ins Licht. Aus der Leere hinaus.
Aber wie immer in meinem Leben können ein paar winzig kleine Worte so großes Bewirken. Und ich schwöre, ich habe diesmal wirklich nicht daran gedacht, dass es ja wieder einmal so kommen musste. Ja, man könnte sagen recht positiven Gemüts und Wohlwollen. Und das aus meinem Munde.
Gestern Visite. Entlassung. 30.01. Verfickte Scheisse.
Seitdem -Kopfgeballer- wie mein Mitpatient neben mir gerade sagt, ich muss echt lachen. Denke dieses Wort sagt alles. Auf der (etwas zu zwanghaften) Suche nach meinen Gefühlen war ich zumindest an diesem diesem Mittwoch gefühlt so viel weiter gekommen, aber seit dieser scheiss Nachricht weiß ich gar nicht mehr wo oben unten ist. DURCH den Wind, ganz ohne Stoff. Dabei hat es sich echt gut angefühlt wieder mal klar zu kommen.
Ich versuche diese Knoten in meinem Kopf zu ordnen; nein, nicht zu ordnen was meiner subjektiven Meinung nach derzeit sowieso völlig unmöglich ist, sondern sie zumindest einfach mal zu beschreiben. Alles was dabei raus kommt, sind einzelne Randnotizen von zu erledigenden Dingen oder anstehenden Ereignissen. Irgendwo zwischen Gulasch aus zwei Zahlen: Dreißig und eins. Drei Ziffern, noch siebzehn Nächte bis dahin, achtzehn Tage.
In Momenten wie diesen zweifle ich an meiner geistigen Zurechnungsfähigkeit; welche ich übrigens die letzten zwei Tage sehr oft in Frage stelle und deswegen noch öfter grundlos in Gelächter ausbreche oder über Dinge lache die ich normalerweise nicht besonders witzig finde. Denke mal ist nicht weiter auffällig, da ich die Tage vorher bereits öfters gelacht habe und eigentlich … ja, eigentlich ist es mir sogar ziemlich egal. Wir sind doch eh alle gestört.
Welch Ironie, dieses Verhalten habe ich bei mir bereits des öfteren beobachtet – komme ich an den Rand der Verzweiflung sehe ich alles auf eine sehr Ironische Art und Weise und wenn ich mir so diesen Buchstabensalat hier angucke muss ich wieder meinen Mund zu einem dummen Grinsen verziehen.
Bin ich eigentlich geistig behindert oder in irgendeiner Art und Weise zurechnungsfähig?
Zwei Zahlen können doch jetzt nicht wirklich so eine Auswirkung haben. Die Gruppentherapie mit Psychologen heute passte wie die Faust auf´s Auge zu diesem Thema.

Wie erkenne ich aktuelle Gefühle, beschreibe sie und schätze sie ein.

Gefühle. Yo.






Leere in meinem Kopf wenn ich daran denke. Ich versuche mal diesen tollen Arbeitszettel durchzugehen anhand meiner Gegenwärtigen Situation der absoluten HILFSLOSIGKEIT.

Okay, zurück zum Arbeitsblatt. Meine Gedanken schweifen ab zu allem was sich in diesem Raum bewegt oder laute von sich gibt.
Wie ist meine aktuelle Anspannung oder Stärke des Gefühls?
Anspannung? Keine Ahnung, denke so bei dreißig wie immer. Das ist übrigens bereits unangenehm für mich, aber noch erträglich. Gefühl? Ja welches scheiss Gefühl denn? Ich weiss nicht wohin mit mir und in meinem Kopf ist Gulasch gepaart mit fremden Gulasch aus den Mündern von anderen Menschen oder Geräusche.
Ist das vielleicht das Gefühl der HILFSLOSIGKEIT? Hilfelos. Wie bin ich? -hilfelos. Adjektiv, WIE Wörter beschreiben Gefühle, hab ich in der Schule gelernt.
Okay, ich bin also hilflos. Tolles Gefühl, denke ich mir. Wann ist man Arzt und wann Doktor ist gerade in der Diskussion. Der Pfleger weiss Rede und Antwort. Konzentration jetzt. Kortunuance oder wie auch immer es geschrieben wert.
Meine hilfslosigkeit liegt ungefähr bei 90, bei 100 würde ich vermutlich nur noch Löcher in die Luft starren, immerhin bin ich noch in der Lage den Laptop zu bedienen und gewillt dieses Arbeitsblatt aufzufüllen.
Nächster Punkt:

//

Tja, nächsten Punkt gab es nicht mehr, dann hatte ich das Einzel mit meinem Therapeuten. Danach war der Gulasch weg und mir ging es besser, zumindest ne zeitlang bis erneute Spannung und Tränen folgten.

Jetzt sitze ich bei meinen zwei Spaßvögeln und bin relativ beruhigt und freue mich einfach nur diese Menschen an meiner Seite zu haben.
Ein bisschen aufgeregt bin ich immer noch deeeenn gleich geht es in meinen Lieblingsschuppen n bisschen Technö feiern. Ich freue mich und fühle mich Dank meiner Begleitung sogar relativ ruhig und sicher.
Danke <3



Donnerstag, 12. Januar 2017

Therapie || Ankunft

Therapie //Ankunft

Ja, es war wirklich die beste Entscheidung in meinem Leben. O.K., nicht ganz meine eigene, aber ich hätte immer noch auf die Barrikaden gehen können und die beiden guten Feen weg schicken oder selbst die Flucht ergreifen. Wo ich jetzt darüber nachdenke, runzle ich die Stirn: tief in mir drin irgendwo hinter oder in dieser riesengroßen Leere muss dieser klitzekleine Funke Hoffnung noch gesteckt haben, sonst wäre ich einfach weg gelaufen.

Montag, fünfter November 2016
Ich hatte mich gegen meinen gegenwärtigen vermutlich durch Konsum unzurechnungsfähigen Willen entschieden. Für mein Leben.
Und in diesem Moment fühlte ich es. Kapitulation. Aufgabe, von was? Meinem Willen aufzugeben oder vor mir selbst?
Die Straßen ziehen an mir vorbei und meine Gedanken verknoten sich, lösen sich auf und ziehen in die Dunkelheit bis neue Knoten sich bilden.
Klar denken ist eh nicht mehr nach zweiundsechzig Stunden ohne Schlaf und 600mg MDMA, das weiße Pulver zähle ich gar nicht erst.
Als der Arzt in der Aufnahme mich fragt wieso ich hier bin zucke ich mit den Schultern und sage meine zwei Feen hielten e für eine gute Idee nachdem sie mich mit aufgeschnittenem Arm ein wenig verstört in meinem Zimmer ,,gefunden´´ hatten.
,,Suizidgedanken?´´ -,,Ja, aber keine Absichten. Möchte vorher meine Ausbildung beenden und meine Schulden abbezahlen.´´ Er lachte mich aus als ich sagte sie befinden sich im mittleren vierstelligen Bereich. Wixxer Arschloch. Dicker, hässlicher Türke.
Keine halbe Stunde später betrete ich die geschlossene Suchtstation, die guten Feen tragen mir meine Taschen hinterher die sie mir liebevoll mit Kleidung und Beschäftigungsutensilien gepackt haben.
Mein Blick schweift durch die Station, soweit ich es erkennen kann hat sich hier in den letzten dreiundzwanzig Monaten nichts verändert. Ich schließe die Augen und atme tief ein, dabei muss ich hämisch in mich hinein grinsen, welch Ironie.
Es ist schon ziemlich spät, kein Plan wie viel Uhr genau, aber glaube wir sind gegen halb neun abends los gefahren. Zu schwach noch auf mein iPhone zu gucken, scheiße ich darauf meine Sachen durchsuchen zu lassen und lasse den ganzen Krempel vorne liegen. Nachdem ich die beiden Feen verabschiedet habe bin ich Gott oder welch erhabene Macht auch immer dort oben wachen oder nicht wachen mag dankbar dafür das ich die erste Nacht nicht so wie letztes mal auf dem Flur unter Beobachtung schlafen muss. Und noch ein mal mehr als ich in der Dunkelheit während ich mein Zimmer betrete erkenne das keine andere Gestalt im zweiten Bett liegt.
Endlich Ruhe.
Zum Glück habe ich während der Fahrt hierher meine letzte Schlaftablette genommen, für den Fall das ich hier nichts mehr bekomme. Ich lasse mich in den Klamotten die ich seit Sonntag morgen anhabe auf´s Bett fallen und ergebe mich meiner Müdigkeit.
Endlich schlafen.

//
Heute, Mittwoch der 11. Januar 2017
Fünf Wochen und zwei Tage später sitze ich im Aufenthaltsbereich der offenen Station und bekomme mich vor lachen fast nicht mehr ein. Es sind viele Gesichter gekommen und gegangen, ich habe viele Höhen und noch mehr Tiefen erlebt und der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Aber die erste Schlacht ist geschlagen und gerade in diesem Moment kann ich wirklich eine Art von Freude fühlen. Auch wenn diese Leere immer noch da ist und ich meistens gar nichts fühle, weder Menschen noch bestimmte Ereignisse können Gefühle in mir auslösen. Aber ich kann wieder lachen und mich für einen Moment freuen hier zu sein mit diesen Menschen die alle ihre eigene Geschichte haben und ihren eigenen Krieg führen mit sich selber. Jeder ist kaputt auf seine eigene Art und Weise, aber wunderschön kaputt.

Denn wir sind alle Kunst, gezeichnet vom Leben.


Throwback 2016

Nachtrag 31.12.2016



Zur Jahreswende habe ich mich doch noch dazu entschlossen, einen Eintrag zu verfassen, bevor 2016 ohne einen einzigen Post verstreicht. Wollte wie so oft, aber am meisten hat mich der letzte Post aus Oktober 2015 davon abgehalten.
Es tut so gut zu lesen wie weit ich es geschafft habe.
Es tut so verdammt weh zu sehen wo ich jetzt stehe.
So hoch geflogen und noch tiefer gefallen, das ist das Leben. LEBEN. Ist es das wirklich? Oder ist es einfach nur überleben; von einer Phase des Glücks über eine miese zur nächsten Phase hangeln? Phasen werden zu Momenten, Glück des Erlebten zu Momenten des Rauschs, mit denen man zu überbrücken versucht. Diese Momente werden wiederum zu Phasen und irgendwann ist es nur noch Konsum und man spritzt sich das Gift direkt in seine Seele. Meine Seele.
Wie konnte es so weit kommen? Dieses LEBEN. Ich habe es gelebt, wirklich. Habe Glück gefühlt, clean und zufrieden mit meinem Körper und mit mir selbst. Körper, Seele und Geist im Einklang.
Was passierte dann?
Gründe kann ich nicht nennen, aber ich erzähle euch einen Teil meiner Reise die vielleicht der ein oder andere hier oder dort wieder erkennen mag, da sein Weg für eine Zeit lang derselbe war.

Es war einmal...

Dezember ´15
...eine junge glückliche Frau, die nach Jahren die sie verloren umher irrte endlich zu sich selbst gefunden hatte, gelernt hat zu sich selbst zu stehen; das sie GUT so ist, wie sie ist. Ein wertvoller Mensch der sich selbst und andere akzeptierte wie sie waren, nur ab und zu konsumierte, weil sie feiern war um Spaß zu haben mit Freunden; nicht sich alleine voll dröhnte um die Realität zu verdrängen, weil sie diese nicht ertragen konnte. Flucht in den Traum.
Die Realität war ihr Traum. Und warum? Weil sie Frieden gefunden hatte.
Sogar einen Mann der sie liebte wie sie war und sie ihn, was sie niemals für möglich gehalten hatte; ja, sie lernte was es bedeutete bedingungslos zu lieben. Und so wurde die junge Frau zur Prinzessin die ihren Prinzen gefunden hatte.
Weihnachten und Silvester mochte die junge Prinzessin noch nie, es waren die beiden schlimmsten Tage im Jahre für sie. Diesmal jedoch fühlte sie sich gewappnet und stark, jedoch kam es trotz allem wie es nicht kommen musste.
Es begann in der Heiligen Nacht; sie feierte weiße Weihnachten, aber der Schnee fiel nicht vom Himmel. Sechzehn Stunden Schlaf. In der Woche bis zur Jahreswende. Rekordverdächtig, bis dahin.

Januar
Frei nach dem Motto ,,Ich genieß mein Leben ständig, denn ich bin länger tot als lebendig.`` startete die Prinzessin ins neue Jahr, welches erstaunlicher Weise durch einen spontanen Trip nach Südost-Asien nach dem verkorksten Start einen regelrechten Aufschwung erlebte.
Das Glück und der Frieden kehrten zurück und sogar eine Freiheit die sie regelrecht beflügelte. Leider blieben diese drei Wegbegleiter dort am Sandstrand zurück, wo die warmen Sonnenstrahlen am Horizont hintem Meer verschwinden. Und so versiegte der positive Aufschwung recht schnell.

Februar bis April
Tabletten Partys mit und ohne den Prinzen an ihrer Seite folgten und als dieser sie verließ, feierte sie diese Partys jeden Tag, und wenn sie als Einzige feierte, alleine mit sich selbst.
Dieser Verlust brach ihr das Herz, der Schmerz war einfach nicht zu ertragen und zum ersten Mal in ihrem Leben gab sie sich selbst auf, fast ohne es zu merken.
Fiftytwo days of Rausch, denn irgendwie musste sie dieses Loch in sich stopfen, diese riesengroße Gähnende Leere dort wo einst ihre Liebe war. Morgens ne Line zum wach werden, abends die Pille zum schlafen. Und am Wochenende alles andere was sie zu ballern, rauchen oder schlucken bekam.
Fast...alles.
Die einst so starke Prinzessin wurde immer schwächer, bis sie letztendlich zum Arzt ging als ihre Augen im Spiegel gelb leuchteten.



Einweisung, Krankenhaus, drohendes Leberkoma, Schock. Dieser Moment als der Oberarzt für Innere Medizin mir in die Augen sah und sagte, wenn die Werte nicht über Nacht besser werden würden müsse ich in eine Spezialklinik und bräuchte eine Lebertransplantation um zu überleben. Ich kann die Gefühle nicht beschreiben, aber es war als würde die Welt stehen bleiben für einen Moment. Ich sah mein ganzes Leben wie in einem Film, zurück gespult. Dann musste ich weinen, und ich hatte Angst. Zu sterben.
War es wirklich so weit gekommen?
Aber das Schicksal schenkte mir das Leben, zum Dritten mal in den letzten zwei Jahren.

Insgesamt kann ich schon sagen das sich mein Leben positiv verändert hat. Ich passe auf mich auf; wenn ich konsumiere mache ich immer wieder Pausen und nehme (viel!) weniger, kein Konsum mehr unter der Woche, keine unbekannten Substanzen. Denken BEVOR man handelt.
Ich wollte das mir erneut geschenkte Leben nutzen, ich WOLLTE Leben, auch ohne Ihn. Auch wenn mir vieles egal geworden ist und ich selbst die Angst vor dem Tod verloren habe seitdem.
Niemals hätte ich gedacht das ich mich von einem Menschen so abhängig machen konnte, ihn so sehr liebe, bis zur Selbstaufgabe. Ich schwor mir, es nie wieder so weit kommen zu lassen, denn ich wusste würde es noch einmal passieren, würde ich sterben. Oder wieder zurück in die Klinik.


Mai bis September
Also machte die Prinzessin ohne Prinzen das Beste aus dem was sie noch hatte. Und siehe da, Woche für Woche ging es ein kleines Stück bergauf, sie hatte einen wunderschönen Sommer mit vielen neuen und alten Freunden, zahlreichen Festivals und unvergesslichen Erinnerungen.
Aber richtig glücklich wurde sie irgendwie nicht, trotz der positiven Erlebnisse. Sie lernte sogar eine andere Prinzessin kennen, die wie ihre Seelenverwandte war. Wie verzaubert war sie von diesem Menschen, verzaubert von dieser Ähnlichkeit zu ihr selbst, denselben Werten, Vorstellungen und Träumen. So gleich, so nah in ihrem ausgebluteten Herzen. Wie eine beste Freundin aus Kindertagen mit der sie alles teilte. Sich unbesiegbar fühlte.
Dabei merkte sie nicht das sie so manch andere Freundin vor den Kopf stieß, die bereits Jahre zuvor für sie da waren.
Nach einer nicht für möglich gehaltenen Freundschaft mit dem Prinzen kehrte dieser schließlich zurück an die Seite der Prinzessin. Sie war sich der Gefahr bewusst, aber durch den Rausch beflügelt wollte sie ihrer Liebe eine letzte Chance geben.
Und nach allen Strapazen sah es tatsächlich so aus, als wenn eine Zeit der Ruhe und des Friedens einkehren würde.

Oktober
Doch mit der Zeit merkte die Prinzessin das der Prinz nicht wirklich glücklich wurde, das wiederum bereitete ihr Kummer und Leid; sie fragte sich was sie wohl falsch machte oder ob sie gut genug war für ihn.
Eines Tages, und sie hatte solche Angst vor diesem Tag, verabschiedete sich der Prinz von der Prinzessin. Denn er war gar kein Prinz, er zog als schwarzer Ritter davon, getrieben von seinen inneren Dämonen und dem Hass auf sich selbst.
Die Prinzessin verlor ihre Krone und stürzte zum zweiten mal hinab in die Finsternis, sie war ein Niemand mehr.

November
Doch selbst ein Niemand hat zwangsläufig Menschen um sich herum die merken, wenn etwas nicht stimmt.
Durch die andere Prinzessin (und zwei andere wundervolle Menschen) die ihr den Rücken stärkten, schaffte der Niemand es nach zweieinhalb Wochen im Delirium den Ernst der Lage zu erkennen und riss sich am Riemen. Versuchte es, denn eigentlich war alles egal geworden; erneut gähnende Leere.
Das Niemandsmädchen jedoch bemühte sich, da ihre Freunde sich Sorgen machten. Selbst wenn sie nichts mehr fühlen konnte für sie, sie wusste das diese Menschen es gut mit ihr meinten und war nett zu ihnen, nahm Ratschläge an. Oder tat so.
Dieses Überleben von Tag zu Tag war mühsam, aber sie hatte ihre Abschlussprüfung im Sommer vor Augen und zählte die Tage.
Vor allem aber die Tage von Montags bis Donnerstags, da exzessiver Konsum an den anderen drei Tagen die einzige Möglichkeit waren die Wochen zu überbrücken.

Dezember
Kurz vor der Jahreswende, es war der Dritte Zwölfte; und es ging wirklich, wirklich schon ein wenig bergauf; traf die gefallene Prinzessin ein schwerer Schicksalsschlag.
Ihre neue beste Freundin, zu der sie als letzter Mensch noch irgendeine emotionale Bindung hatte, rammte ihr ein Messer in den Rücken. Ein Messer aus Egoismus, Grenzensetzung und Selbstliebe, welches für die verlorene Prinzessin sowohl unbekannt als auch tödlich waren.
Diese hatte also nun nicht nur ihr Herz verloren sondern auch ihr Rückgrat gebrochen.
Aber an jenem Abend stand das Schicksal erneut auf ihrer Seite und einsam als verlorene Seele die sie nun war, wurde sie doch wieder gefunden von zwei guten Feen deren Bedeutung und Fürsorge die einstige Prinzessin schon fast vergessen hatte.
Sie sträubte und weigerte sich, als die beiden Feen sie mitnehmen wollten, heraus aus dem Schattenmeer zurück ins Licht. Den Glauben an Menschen und vor allem sich selbst verloren wollte sie einfach nur sterben.
Dies jedoch ließen die beiden Feen nicht zu, die eine war seit nun eineinhalb Jahren ein immertreuer Wegbegleiter und hat ein wahrlich gutes Herz, und die andere der eigentlich wichtigste Mensch in ihrem Leben, die wirkliche Seelenverwandte welche immer stets zur Seite stand. Doch die verlorene Seele vergaß dieses Jahr ganz schön viel, getrieben vom Rausch und geblendet von falschem Glanz.



Ich danke euch, dass ihr mich gerettet habt, am Ende vor mir selbst. Und es tut mir leid, dass ich den richtigen Menschen die falsche Wertschätzung gegeben habe und den falschen zu viel Wert.
Seit dem fünften Zwölften befinde ich mich in stationärer Therapie und es ist die Hölle. Es gibt Momente, da würde ich lieber sterben anstelle mich mit diesen Gefühlen und Situationen auseinander zu setzen, die ich seit zwei Monaten, teilweise einem Jahr oder manche noch länger verdränge.
Das hier ist der härteste Kampf in meinem Leben, der Kampf gegen mich selbst.
Ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde und genauso wenig ob ich hier davon berichte. Aber ich weiß eins: Wir haben immer die Wahl. Und es ist nie zu spät.

Sagst du ja oder nein?




``Danksagung``:
Auch wenn es in diesem Moment alles andere als den Anschein gemacht hat, danke ich den beiden Feen das sie mich hierher gebracht haben, ich liebe euch, auch wenn ich es zur Zeit nicht fühlen kann.
An die beiden Spaßvögel die mich seit Ende September begleiten, ohne die ich schon viel früher aufgegeben hätte: Danke euch, dass ihr mich immer zum lachen bringt, egal wie scheisse es mir gerade geht, durch euch kann ich überhaupt wieder lachen.
Und danke M., auch wenn du nie hier sein kannst.