Mittwoch, 20. Februar 2013

Lost




Lange Zeit her, dass ich das letzte mal gepostet habe. Dafür gibt es mehrere Gründe, ohne mich hier zu rechtfertigen. Zum einen habe ich wie manche evtl schon gelesen haben nur noch mein iPhone und in dem Loch in dem ich wohne.. kann ich froh sein wenn ich überhaupt mal Empfang habe. Sitze jetzt gerade an dem Laptop meines Freundes, welch anders Gefühl mal wieder in die Tasten zu hauen.
Zum anderen weiss ich momentan einfach nicht wo ich beginnen sollte zu texten. Es ist einfach so unglaublich viel passiert seit November. Ich finde da keinen Ansatz. Und ich fühle mich auch einfach nur noch schwach und ausgelaugt, geradezu verloren. Ich hoffe ich finde die nächsten Tage mehr Zeit um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, da ich bis Ende der Woche krank geschrieben bin. Mir geht es richtig mies, so schlecht habe ich mich lange nicht mehr gefühlt. Mein Hals brennt wie Feuer, ich habe 38° Fieber, meine Glieder tun weh, noch niemals ein Hungergefühl habe ich. Sollte mich eigentlich freuen, aber ich finde es etwas beunruhigend. Sobald die Schmerzmittel nachlassen zu wirken, denke ich, ich krepiere. 
Als ich begann, diesen Blog aufzubauen, ging es mir darum, Abzunehmen, schlank zu sein. Ich dachte daran, dass ich irgendwo vielleicht eine Art der ES habe, aber habe nie genauer drüber nach gedacht oder mir Sorgen deswegen gemacht. Seit November / Dezember habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht und was dabei rum gekommen ist, macht mir mehr Angst als ich dachte.

JA, ich habe eine ES.

Ich habe mit meiner Mutter drüber geredet, habe aber den Teil mit dem Kotzen ausgelassen, sie hat geweint. Ich will keine Menschen mit meinen Problemen belasten und sie unglücklich machen. Mit Milo ist seit Ende Oktober Schluss und seit Mitte November bin ich mit einem anderen Mann zusammen. Ich habe (als einzige!) Person mit ihm über alles geredet. Die Kotzerei, die Zweifel, das Delirium in dem ich mich so oft befinde. Er hat sehr gut zugehört und viel Verständnis gezeigt, aber ich weiss nicht, sobald ich nicht mehr drüber rede, fragt er auch nicht nach, als würde er denken alles sei okay. Ist es aber NICHT, verdammt!
Ich weiss einfach nicht weiter. Mal habe ich meine anorektische Phase, ich bin glücklich und esse kaum etwas, dann meine bulimische Phase, in der ich wenig esse, und wenn ich dann mal mehr esse kotze ich alles aus, fresse teilweise auch in dem Wissen, es später auszukotzen. Diese Phase habe ich seit November und sie häuft sich leider immer mehr. Mitte Dezember bis Mitte Januar war ich praktisch kotzfrei, aber das ist seit Ende Janaur auch wieder vorbei. Ich übergebe mich ebenfalls, wenn es mir schlecht geht, als Fluchtweg aus der Realität. Dann meine Binge Eating Phase in der ich alles wahllos in mich rein stopfe ohne darüber oder die Konsequenzen nach zu denken. Diese Phase wird allerdings auch immer seltener. Wenn ich eine Fress Phase habe, hält es sich meist so weit im Rahmen, dass ich nicht über meinen Tagesbedarf komme. Und meine krankhafte Sport Phase, in der ich bis zum Exitus Sport treibe um essen zu dürfen. Diese Phase habe ich seit Oktober nicht mehr gehabt, durch meine Ausbildung habe ich keine Zeit mehr für Sport, ausser das Reiten. Und diese Phasen wechseln sich immer ab, unaufhörlich. Teufelskreis. Und ich denke ich werde keinen Ausweg daraus finden, bis ich mich in meinem Körper endlich wieder wohl fühle. Ich will keine 49 Kilo mehr als Ziel vor Augen haben, mir wünschen mich runter zu hungern. Ich will versuchen, wieder gesund zu leben und mein persönliches Wohlfühlgewicht erreichen. Ich habe mich schon länger nicht mehr gewogen, aber ich denke es werden um die 69 Kilo sein. Ich will versuchen, bis zum Sommer 10 kg abzunehmen und hoffe sehr, dass ich mich dann wohl fühle. Als ich das letzte mal 59 wog war ich mit mir selbst viel zufriedener und nicht so besessen und krank wie jetzt. Aber ich fühle mich schwach, und weiss nicht ob ich das durchziehen kann. 
Ja, ich habe endlich eine Ausbildung gefunden. Seit Oktober mache ich die Ausbildung zur Physiotherapeutin. 
Zu allem werde ich die Tage hoffentlich noch etwas detaillierter informieren können, ich kann es keinem verdenken, wenn er/ sie hier nicht mehr durchblickt, so ganz tue ich das selbst nicht mehr.
Ich fühle mich einfach nur noch leer, ausgesaugt und verloren. Verloren in meiner Essstörung. Hatte zwischenzeitlich auch geschafft mit dem Rauchen aufzuhören, aber seit Januar hatte das auch wieder ein Ende. Immerhin kann ich die nächsten Tage weder Rauchen noch kotzen, da mein Hals einfach unbeschreiblich weh tut. 
Ein kleiner Lichtblick in meiner Verlorenheit: Ich fliege diesen Sommer endlich wieder nach Toronto, Canada.
Am 18. Juli. Ich hoffe zu diesem Zeitpunkt habe ich mein 1. Zwischenexamen bestanden und meine Verwandten dort werden positiv überrascht sein, bei meinem letzten Besuch 2009 wog ich 80kg. 
Ich wünsche euch alles gute. xoxo


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