Donnerstag, 6. November 2014

Fairytale gone bad..

Nach mal wieder monatelanger Pause melde ich mich  mal wieder zurück. Frage mich, warum ich diesen Blog überhaupt noch habe, wundere mich das ihn ab und zu noch immer welche lesen. Ist es wirklich so spannend?
Die Leidensgeschichte einer jungen Frau, die einfach nur abnehmen wollte, sich fett fühlte. Hat mal was von fremden Stimmen gehört..Ana...Mia... sie war begeistert. Mia nahm sie an die Hand und zeigte ihr den Weg, doch wohin dieser tatsächlich führen sollte, das wusste sie vorher nicht.

Jetzt ist diese junge Frau knapp 10 Kilo leichter als am Anfang vor 2 1/2 Jahren (sie war nie wirklich fett..aber sie dachte es..), aber welchen Preis hat sie bezahlt?
Sie schaut auf ihre Rechnung, sie ist so lang..

...Ewige Magenschmerzen, egal was sie isst..
...Sodbrennen, grausam und kaum vorzustellen..
...dieser ekelhafte Reizdarm, in der Schule traut sie sich manchmal kaum etwas zu essen..
...Husten und ekelhafter Schleim im Hals, gegen den ab und an weder Hustensaft noch Tee helfen..
...die Zähne wurden poröser. Noch nicht ekelhaft, aber bestimmt auf einem guten Weg dahin, man merkt es..
... Narben auf ihren Armen, wenn der Druck in ihrer Seele zu groß wurde..

Dazu kamen noch ein paar Einkäufe in einem Laden, von dem sie vorher nie etwas gehört hatte. Ganz dunkel und modrig wirkte er, am Ende einer Sackgasse. Und komische Leute gingen ein und aus, sie konnte sich noch erinnern wie ihre Mutter damals sagte, diese Menschen seien gefährlich, man solle sich fern halten von ihnen. Hier gab es nie einen Kassenzettel, denn niemand durfte wissen, wo sie diese verruchten Dinge gekauft hatte. Anfangs war sie auch sehr misstrauisch, kam nur sehr selten her, aber dann überwand sie ihre Scheu, kam regelmäßig vorbei, geöffnet war immer. Erst nur am Wochenende, dann unter der Woche, später jeden Tag mehrmals. Sie flüchtete sich in eine andere Welt weil sie die Realität nicht mehr ertragen konnte.

..M.ariuhana, so nennt man es in der Fachsprache, war ihr erster Versuch..
..A.mphetamine, weil sie immer so müde war und doch Partys feiern wollte, Sport machen zum abnehmen, und am Tag danach hatte sie überhaupt keinen Hunger, es war nahezu perfekt..
..K.oks, da sie sich an manchen Tagen einfach nur betäuben wollte und ihr Hals so sehr brannte, es war aber auf die Dauer zu teuer..
..und zu guter Letzt fand sie diese Tabletten..man nannte sie unter anderem Teile, Dinger, Runde oder auch E-Pillen. Ihr wisst schon was ich meine. Sie brauchte was stärkeres, und gelesen von der fabelhaften Unterstützung beim Abnehmen hatte sie auch..

Von den Unmengen an Alkohol und Zigaretten und das Geld was sie dort rein investierte, wollen wir hier gar nicht anfangen. Und so feierte sie den ganzen Sommer und hatte die Zeit ihres Lebens, lernte viele neue Leute kennen, anscheinend neue Freunde. Das sie beinahe alle wahren Freunde verlor, unter anderem ihre beste Freundin Ciara und ihren Freund mit dem sie ein Jahr und acht Monate zusammen war, war ihr egal. Denn sie konnte nicht mehr klar denken und fühlen, alles woran sie dachte war, wie sie wohl den nächsten Tag überlebt und an ihr Zeug kommt.

Sie lachte viel und dachte sie wäre glücklich, lief singend durch die Straßen, rannte durch den Wald. Doch dann übersah sie das Loch im Boden, stürzte in den Abgrund. Als sie sich mit einem Motorrad vor einen Baum setzte (es war ein Unfall, sie hatte nicht beabsichtigt sich weh zu tun), brach sie sich das Bein. Trümmerbruch im Schienbein. Sie musste operiert werden. Zum ersten mal in ihrem Leben.
Angst bekam sie, Panik, Furcht. Angst zu sterben. Dabei war sie schon fast tot.
Der 7. August 2014, das hätte das Datum werden sollen, das auf ihren Grabstein gemeißelt werden sollte. Aber wie durch ein Wunder kam sie nach vier Stunden im Aufwachraum wieder zu sich, nach ewigen Atemaussetzern und Kreislaufversagen. Sie erkannte verschwommen ihre Mutter neben sich und verspürte grausame Schmerzen, welche noch eine Woche andauern sollten. Kein Medikament wirkte, selbst Morphium kaum, da ihr Körper so vollgepumpt war, mit allem möglichen Scheiss.

Und es waren diese Nächte im Krankenhaus, die sie dazu anregten über ihr Leben nachzudenken und darüber, dass ihr eine 2. Chance gegeben werden sollte. Diese will sie  nutzen, sie nimmt es sich fest vor.

Doch der Weg sollte hart und steinig werden, viele Weggabelungen würden kommen wo Entscheidungen getroffen werden müssen, schwere und weniger schwere.
Aber es ist die einzige Möglichkeit, sich zu retten, aus diesem ewigen Teufelskreis.




Mom, Dad...es tut mir Leid..das ihr so eine abscheuliche Tochter habt, die eigentlich euer Stolz sein sollte, aber um die ihr euch mit 22 noch sorgt wie um ein kleines Kind..
Und meinen Freunden danke ich, dass sie solch eine Kreatur wie mich akzeptieren wie ich bin und trotz der ganzen Scheisse die ich baue, immer hinter mir stehen, eine ganz besonders.
Und danke DIR, das du mich immer noch liebst, trotz allem, was du hautnah miterleben musstest und ertragen..meinen Absturz mit ansehen.
Vermutlich wird dies wenn überhaupt nur eine jemals lesen, aber falls doch.. lasst es euch wissen..

Ich liebe euch. ICH LIEBE EUCH.











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