Ich .. hasse es, meine Einträge mit „ich“
zu beginnen. Wieso überhaupt? Vermutlich eine eingebürgerte Grundannahme, die
besagt ich sei egoistisch. Safe bin ich das, haha.
So sitze ich hier in meinem WG Zimmer,
mein halber Kleiderschrank liegt verstreut auf dem Boden, zwei leere
Ben&Jerrys Eisverpackungen stehen auf meinem Schreibtisch, daneben Chaos
aus Schulunterlagen und Papierkram. Es ist Sonntagabend, ich habe mein nun
viertes konsumfreies Wochenende hinter mir und damit in zwei Tagen einen von
sechs Monaten meiner Winterpause hinter mir. Juhu.
Des Weiteren befinde ich mich in der nun siebten Therapie, aber whey – diesmal bin
ich so stabil, dass ich diese in
einer Tagesklinik und nicht wie die
anderen sechs stationär machen kann. Juhu hoch zwei. #facepalm
Nach dem kalten Entzug seit meiner härtesten
Festivalsaison 2016 habe ich satte 6 Kilo zugenommen, kann mich noch weniger
mit mir selbst identifizieren als sonst und bemerke, dass ich selbst beim
Bloggen gerade unruhig auf meinem Stuhl herumrutsche und versuche, mich
abzulenken. Genau das mache ich seit nun holy shit fast ZEHN Monaten.
ZEHN MONATE.
Laufen.
Weglaufen.
Davonrennen.
Vor mir selbst. Und dem was passiert ist.
Seit der schwarze Ritter weg ist, ist einfach so eine unglaublich große
Lücke in meinem Leben zurückgeblieben. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie
ich jemals wirklich darüber hinwegkommen soll. Deswegen laufe ich. Und laufe und laufe und laufe. Immer weiter
vor mir weg und der Wahrheit.
„Das Leben geht weiter.“
Hat meine Mom gestern zu mir gesagt. Das
ist so verdammt harte Worte. Aber sie sind wirklich wahr. V macht sich ein scheinbar schönes Leben mit seiner neuen
Freundin und wird nicht zu mir zurückkommen. WIRD ER NICHT. Ich muss mir das
klar machen.
Ich schließe
die Augen und atme tief ein und aus. Dieses Kribbeln, kurz bevor man weinen
muss, unter meinen Augen beginnt. Ich halte den Atem an und muss schlucken.
Dann öffne ich die Augen wieder.
Okay, ich schaffe es gerade zum ersten Mal,
bei dem Gedanken daran tatsächlich nicht zu
weinen, auch wenn es mich sehr viel Kraft gekostet hat. Und unendlich viele
Tränen, Drogen, SVV, schlaflose Nächte und Dates mit fremden Männern dazu.
O.K. ICH HABE DIESE BEZIEHUNG AUS EINEM GRUND
BEENDET, NÄMLICH, DASS ER EINE ANDERE FRAU GEFICKT HAT. Und so will ich mich
nicht behandeln lassen. All die Lügen, all die Ausraster, all die Verletzungen.
Ich habe das ..
[Und
wieder bin ich aufgesprungen, im Zimmer herumgeirrt, habe Löcher in die Wand
gestarrt und wollte zum Kühlschrank, um wieder Scheiße zu fressen.]
Ich. Habe. Etwas. Besseres. Verdient. Und.
Möchte. Mich. So. Nicht. Behandeln. Lassen.
Und. Ich. Habe. Es. Nicht. Nötig. Mich. Von.
Anderen. Menschen. Oder. Dingen. Abhängig. Zu. Machen.
Ich. Bin. Ein. Freier. Mensch.
Ihr glaubt gar nicht, wie unglaublich
schwer mir das fällt. :(
Selbst wenn ich meine Einträge lese, also
die neueren, habe ich das Gefühl, dass selbst hier mir der Tiefgang fehlt.
Liegt das daran, dass ich mich immer mehr von mir selbst entferne? Ich halte an
dieser Beziehung fest, wie ein Ertrinkender an dem einzigen Baumstumpf im
weiten Ozean. Uff. Dadurch, dass ich nun scheinbar ein einziges Mal, abgesehen von meinem geliebten Opa, bedingungslos
geliebt wurde und diese Person nun mit einem anderen Menschen glücklich ist.
Ferner bin ich davon überzeugt, nie wieder einen Menschen zu finden, der so ist
wie er. Tatsache, da könnte ich auch Recht
haben. Aber vllt. gibt es da draußen irgendwo jemanden, der noch viel besser zu
mir passt und mich nicht so zerstört wie V. Aber
kann ich jemals wieder so lieben? Uff. Dieses Chaos in meinem Kopf bringt
mich um. Ich will doch gar nicht mehr so
lieben, weil ich nie wieder so verletzt werden will und so abhängig von einem
Menschen sein will.
Muss ich ja auch nicht. Das Einzige was
ich irgendwann muss, ist sterben. Ich sollte nur langsam wieder
damit anfangen, ich möchte langsam wieder
damit anfangen, mich wieder selbst in den Arm zu nehmen, mir etwas Gutes igitt zu tun
Ehrlich gesagt ist es mittlerweile 0:54 und
bereits Montag..ich muss in 5 1/2h aufstehen und wieder zur Tagesklinik und
habe keine meiner Therapieaufgaben geschafft. Ich habe es zumindest versucht,
indem ich wieder angefangen habe zu bloggen, aber selbst das ist mir so unangenehm,
dass ich mit allen Mitteln versuche wegzulaufen. Und da Drugs nun erstmal tabu
sind, in erster Linie durch Konsum von essen. Ich habe mich gerade ernsthaft
noch in die Küche der WG geschlichen und mir um kurz nach zwölf meine Suppe von
letzter Woche mit einer Extraportion Feta warmgemacht. Als ich dann in meinem
Vorratsschrank (Kopfhöhe und höher) nach Müsli gesucht habe, ist mir eine Dose
Thunfisch heruntergefallen und in meine heiße Feta-Suppe hinein. Wie die Küche
und ich danach aussahen, liegt wohl auf der Hand. Nachdem ich missmutig die
ganzen Suppenflecken (im Original übrigens Rote-Linsen-Suppe..ist sehr schön
weg zu machen ;) ) beseitigt hatte, entdeckte ich ganz oben im Regal bei meinen
Backsachen die Tüte angefangener Apfelringe, die ich dort vor Wochen (scheinbar erfolgreich) vor mir
selbst versteckt hatte, denn ich wusste gar nichts mehr von ihrer Existenz.
LOL. Naja, Strafe muss sein, sie fiel mir beim herausziehen auf die Nase. Das
ist im Übrigen mein voller Ernst und an keiner Stelle übertrieben, willkommen in meinem Leben.
Das alles sollte wohl echt eine Art Warnzeichen
sein, dass das nicht der richtige Weg ist und ich endlich mit diesen FA’s haha..die
wunderschöne alte Bulimikersprache..meine natürlich Fressanfälle.
Ich fühle mich so unglaublich kraftlos..
selbst zum Kotzen habe ich keine Energie. Fuck it. Ich werde mich nun aufraffen und mir den Finger in Hals
stecken, damit ich nicht noch mehr zunehme, dann fülle ich ordnungsgemäß meine
Diary Card aus (und werde dafür dann morgen die..ähm..glaube 7. VA in 3 Wochen
schreiben wegen Ausleben von Problemverhalten) und werde zu guter Letzt diese lächerlichen
wirkungsvollen Post-ist in meinem
Zimmer aufhängen, die mich daran erinnern werden, achtsamer zu leben und Skills
anzuwenden, bevor ich wd mein PV auslebe..Jippijajehi.
Wundervolles
Gefühl,
in der Therapie wieder dort zu stehen, wo ich vor drei Jahren schon mal war.
Ich
könnte kotzen.
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