Freitag, 13. Januar 2017

Entlassung



In meinem letzten Eintrag hatte ich versucht zu beschreiben, dass es mir tatsächlich ein wenig besser ging. Für klitzekleine Momente kam ein leichtes Gefühl der Freude auf, ich konnte viel lachen und fühlte es sogar irgendwie.
In der Tat, so dachte ich an diesem Mittwoch, war ich auf meinem Weg ein kleines Stückchen voran geschritten, voran auf dem Weg meine Gefühle wieder zu finden zurück ins Licht. Aus der Leere hinaus.
Aber wie immer in meinem Leben können ein paar winzig kleine Worte so großes Bewirken. Und ich schwöre, ich habe diesmal wirklich nicht daran gedacht, dass es ja wieder einmal so kommen musste. Ja, man könnte sagen recht positiven Gemüts und Wohlwollen. Und das aus meinem Munde.
Gestern Visite. Entlassung. 30.01. Verfickte Scheisse.
Seitdem -Kopfgeballer- wie mein Mitpatient neben mir gerade sagt, ich muss echt lachen. Denke dieses Wort sagt alles. Auf der (etwas zu zwanghaften) Suche nach meinen Gefühlen war ich zumindest an diesem diesem Mittwoch gefühlt so viel weiter gekommen, aber seit dieser scheiss Nachricht weiß ich gar nicht mehr wo oben unten ist. DURCH den Wind, ganz ohne Stoff. Dabei hat es sich echt gut angefühlt wieder mal klar zu kommen.
Ich versuche diese Knoten in meinem Kopf zu ordnen; nein, nicht zu ordnen was meiner subjektiven Meinung nach derzeit sowieso völlig unmöglich ist, sondern sie zumindest einfach mal zu beschreiben. Alles was dabei raus kommt, sind einzelne Randnotizen von zu erledigenden Dingen oder anstehenden Ereignissen. Irgendwo zwischen Gulasch aus zwei Zahlen: Dreißig und eins. Drei Ziffern, noch siebzehn Nächte bis dahin, achtzehn Tage.
In Momenten wie diesen zweifle ich an meiner geistigen Zurechnungsfähigkeit; welche ich übrigens die letzten zwei Tage sehr oft in Frage stelle und deswegen noch öfter grundlos in Gelächter ausbreche oder über Dinge lache die ich normalerweise nicht besonders witzig finde. Denke mal ist nicht weiter auffällig, da ich die Tage vorher bereits öfters gelacht habe und eigentlich … ja, eigentlich ist es mir sogar ziemlich egal. Wir sind doch eh alle gestört.
Welch Ironie, dieses Verhalten habe ich bei mir bereits des öfteren beobachtet – komme ich an den Rand der Verzweiflung sehe ich alles auf eine sehr Ironische Art und Weise und wenn ich mir so diesen Buchstabensalat hier angucke muss ich wieder meinen Mund zu einem dummen Grinsen verziehen.
Bin ich eigentlich geistig behindert oder in irgendeiner Art und Weise zurechnungsfähig?
Zwei Zahlen können doch jetzt nicht wirklich so eine Auswirkung haben. Die Gruppentherapie mit Psychologen heute passte wie die Faust auf´s Auge zu diesem Thema.

Wie erkenne ich aktuelle Gefühle, beschreibe sie und schätze sie ein.

Gefühle. Yo.






Leere in meinem Kopf wenn ich daran denke. Ich versuche mal diesen tollen Arbeitszettel durchzugehen anhand meiner Gegenwärtigen Situation der absoluten HILFSLOSIGKEIT.

Okay, zurück zum Arbeitsblatt. Meine Gedanken schweifen ab zu allem was sich in diesem Raum bewegt oder laute von sich gibt.
Wie ist meine aktuelle Anspannung oder Stärke des Gefühls?
Anspannung? Keine Ahnung, denke so bei dreißig wie immer. Das ist übrigens bereits unangenehm für mich, aber noch erträglich. Gefühl? Ja welches scheiss Gefühl denn? Ich weiss nicht wohin mit mir und in meinem Kopf ist Gulasch gepaart mit fremden Gulasch aus den Mündern von anderen Menschen oder Geräusche.
Ist das vielleicht das Gefühl der HILFSLOSIGKEIT? Hilfelos. Wie bin ich? -hilfelos. Adjektiv, WIE Wörter beschreiben Gefühle, hab ich in der Schule gelernt.
Okay, ich bin also hilflos. Tolles Gefühl, denke ich mir. Wann ist man Arzt und wann Doktor ist gerade in der Diskussion. Der Pfleger weiss Rede und Antwort. Konzentration jetzt. Kortunuance oder wie auch immer es geschrieben wert.
Meine hilfslosigkeit liegt ungefähr bei 90, bei 100 würde ich vermutlich nur noch Löcher in die Luft starren, immerhin bin ich noch in der Lage den Laptop zu bedienen und gewillt dieses Arbeitsblatt aufzufüllen.
Nächster Punkt:

//

Tja, nächsten Punkt gab es nicht mehr, dann hatte ich das Einzel mit meinem Therapeuten. Danach war der Gulasch weg und mir ging es besser, zumindest ne zeitlang bis erneute Spannung und Tränen folgten.

Jetzt sitze ich bei meinen zwei Spaßvögeln und bin relativ beruhigt und freue mich einfach nur diese Menschen an meiner Seite zu haben.
Ein bisschen aufgeregt bin ich immer noch deeeenn gleich geht es in meinen Lieblingsschuppen n bisschen Technö feiern. Ich freue mich und fühle mich Dank meiner Begleitung sogar relativ ruhig und sicher.
Danke <3



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