18.04.2019
Gähnende
Leere befindet sich in meinem Kopf, während ich auf den Bildschirm starre und
mich wechselnder Weise mit Whatsapp und einem halben Bananen-Eiweißriegel vor
diesem Eintrag hier drücke. Wieso bloß?
Scham.
Ein bisschen. Oder vllt. auch ein bisschen mehr. Ist doch ganz normal. SO würde
sich jeder fühlen, wenn er oder sie oder weiß der Geier wer sich zum fucking
sechsten Mal zur stationären
Therapie hat einweisen lassen. Und da zähle ich nun offiziell nicht mehr den
einen Tag 2017 mit, an dem meine ehemalige (wuhu, so selbstständig bin ich
schon, dass ich ohne sie auskomme) ambulante Betreuerin (keine gesetzliche!)
mich hier hochgefahren hat, ich jedoch nach ihrer Abwesenheit wieder die Flucht
ergriffen habe. Räusper.
WAS ist
passiert, seit dem letzten Eintrag? Ich schaue auf meine Arme, so viele neue Narben. Ich schaue
in mein Herz, so zerbrochen und leer.
Ich schaue in meine Seele, so zerrissen
und befleckt mit all diesen schmerzlichen Erinnerungen an Zeiten, die es nicht mehr
geben wird, ich aber doch nicht bereit bin, sie zu vergessen.
2.Juli2018..da war die Welt noch in Ordnung. Verdammte
scheiße, war sie nicht! Schon das Jahr zuvor nicht zu dieser Zeit. Eigentlich schon
nicht mehr, seit ich mich dazu entschieden habe, meine Freiheit aufzugeben und
dem schwarzen Ritter die vierte
letzte Chance zu geben.
Ihr könnt
euch nicht vorstellen, wie es mir ging, als ich die leere Kondomverpackung in
der Jogginghose meines verstorbenen Großvaters gefunden habe, die ich ihm die
Woche zuvor zu seiner Entgiftung mitgegeben hatte. Ihr könnt euch nicht
vorstellen, wie schnell mein Herz auf einmal schlug, als ich in seinen Augen sah,
dass es die Wahrheit war, während seine Lippen mühelos das Gegenteil
behaupteten. Aber vielleicht kann sich der ein oder andere vorstellen, wie schwer
es fällt, sich einzugestehen nach mehr
als zwei Jahren die inneren Dämonen siegen zu lassen und rückfällig
zu werden. Ich hasse mich dafür. Aber eigentlich ist es mir egal
geworden.
Wenn ich
auf diesen Tag zurückblicke, der mir doch teilweise erscheint, als wenn es
gestern gewesen wäre, fühle ich nur noch Leere. Und dann ein ganz leichtes Brennen
in meinen Augen und die Lettern auf dem Bildschirm werden ein klein wenig verschwommen.
Aber ich werde nicht weinen, nicht eine Träne mehr. Ich habe so viel geweint,
die letzten vier Monate.
Es war
der 22. Dezember 2018, an dem mein Herz aufhörte intakt-im Takt zu schlagen.
Es war
der 24. Dezember 2018, an dem ich das erste mal wieder P.pp gezogen habe.
Es war
der 26. Januar 2019, an dem ich wieder aufhörte. Und keine drei Wochen später
wieder anfing. Und aufhörte. Und anfing. Bis heute. Aber vor neun Tagen hörte
ich mal wieder auf.
Es war
der 21. Februar 2019, an dem ich mich dazu entschied, als Hure Escort zu
arbeiten.
Es war
die Woche im Ausland, die mich meine endgültigen Entscheidungen hat fällen
lassen.
Es ist
der 18. März 2019 gewesen, seitdem ich AU geschrieben bin.
Und der
9. April 2019, seitdem ich nun meine sechste stationäre Therapie
bestreite.
Aber irgendwas ist dieses Mal anders. Ich bin nicht mehr die
schwache, gebrochene Seele, wie zuvor, als ich von meinem Ritter verlassen
wurde. Ich bin ich. Und ich werde
meinen Weg gehen, allein. Ich habe mein
Ziel vor Augen. Mein Ziel.
Ich habe
geliebt, von ganzem Herzen, bedingungs- und kompromisslos. Mich abhängig gemacht,
von diesem Menschen Pharisäer.
Und von Drogen.
Und wisst ihr was? Ich bereue NICHTS. Ich würde alles noch mal genauso machen, denn diese Erfahrungen machen mich zu dem Menschen der ich heute bin. Auch wenn es gerade noch so düster erscheint..
Und wisst ihr was? Ich bereue NICHTS. Ich würde alles noch mal genauso machen, denn diese Erfahrungen machen mich zu dem Menschen der ich heute bin. Auch wenn es gerade noch so düster erscheint..
Aber ich
werde es schaffen. Ich werde meinen Weg gehen und Psychiaterin werden, um
Menschen, die dasselbe durchmachen wie ich, zu helfen. Sie zu begleiten.
Ihr könnt
mich auf meinem Weg begleiten oder auch nicht. Ich gehe ihn trotzdem.
Denn ich
werde das schaffen, früher oder später.
Once upon a time I told you, that the day I stopped loving you was the
day I closed my eyes forever.
I will not love you anymore.
But the day I will love anyone again, would be the day, I wake up in a
different, brave new world.
Goodbye, dark knight.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen